I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ohne Sissi geht es nicht.

Das kann ich mir einfach überhaupt nicht vorstellen, aber an den Weihnachtsfeiertagen lief im TV tatsächlich kein einziger Sissi Film. Unfassbar irgendwie. Und ich habe sogar in eine Fernsehzeitung geschaut, um wirklich sicher zu gehen. 

Für den Zeugwart ist dieser Umstand natürlich gar kein Problem. Er ist sogar noch nicht mal erwähnenswert. Sissi sollte wegen ihm sogar viel öfter nicht gesendet werden, am Besten wegen Bodennebel. Da ist der Zeugwart wie alle Männer. Uneinsichtig und ohne Verständnis für das, was über die Weihnachtsfeiertage wirklich wichtig ist und unbedingt dazu gehört. Sissi begleitet mich schon mein ganzes Leben an den Feiertagen. Früher habe ich mit meiner Mama zusammen geschaut... obwohl ich mittlerweile glaube, sie hat wahrscheinlich irgendwelche Weihnachtsvorbereitungen gemacht und ich habe selig vor dem Fernsehgerät gesessen und war ihr nicht im Weg. Bei Sissi war ich wie abgeschaltet... die Kleider, die lieblichen Stimmen, das Wirrwarr um den Kaiser, die böse Sophie, alles hat mich wie in einen Bann gezogen. 

Da sich alle Fernsehsender dieses Jahr offenbar gegen mich verschworen haben und auf des Zeugwarts Seite sind, muß eine Lösung her. Ein Jahr ohne Sissi kann es irgendwie nicht geben, das wäre wirklich zuviel der Entbehrungen. Also beschließe ich, dass ich heute auf die Rolle gehe und dabei Sissi schaue. Der Zeugwart sagt zwar, dass man auch gut draußen fahren kann, aber bei uns liegt noch Schnee und irgendwie ist mir heute nicht nach Abenteuer. Ich will mein Glück nicht herausfordern... bislang hat alles so gut geklappt mit dem Rad fahren, da muß ich nicht bei Schnee und vielleicht Eis darunter an Silvester durch die Gegend eiern und unnötig etwas riskieren. 

Ich ziehe mich deshalb rollenmäßig an und lege den ersten der drei im zeugwartschen Haushalt selbstverständlich vorhandenen Sissifilme in den DVD Player. Heute probiere ich es mal wieder auf dem Triathlonrädchen. Das ging dieses Jahr noch nicht schmerzfrei, wegen dem blauen Knie, mal sehen, ob das heute klappt. Das Rollenoutfit ist heute unser neues zweiteiliges Vereinsdress. Das saß dieses Jahr auch schon mal wesentlich strammer, so dass ich dachte, es wird es niemals an die frische Luft schaffen. Aber heute geht es... und der Film läuft auch. Was will ich mehr? 


Der Zeugwart ist währenddessen mit dem Crosser draußen im Schnee unterwegs. Bei 2°C fahren wirklich nur die Harten, aber mit der richtigen Ausstattung geht das halt auch. Ich bin trotzdem zufrieden, dass ich auf der Rolle fahre und dass ich den Zeugwart mit dem Sissifilm so auch gar nicht störe. Denn bis er wieder kommt, ist der Film sicherlich vorbei. 

Meine Perspektive vom Rädchen ist wirklich herausragend und die Nachbarin, die ständig hektisch durch ihre Terrassentür raus und rein hetzt, lenkt mich wirklich kaum vom Film ab. Ganz offenbar gibt es bei ihr unheimlich viel Essen zu Silvester und es bleibt weder Zeit für den Kaiser, noch für die Jagd mit der Liesl aus Pausenhöfen oder für's Rolle fahren. Jeder bereitet sich eben anders auf das neue Jahr vor. 


Ich fahre heute eine Stunde auf der Rolle. Dabei fahre ich übrigens nicht mit meinen Winterschuhen, sonder mit einem neu erworbenen Paar Schnäppchenschuhe. Ein ungeliebtes Sportgeschäft in Frankfurt hat nämlich ausverkauft, weil sie umbauen wollen, und der Zeugwart schaffte es gestern, wie eigentlich jedes Mal, wenn wir an diesem Laden vorbei spazieren, mich auch dieses Mal wieder reinzuschleifen. Die Shimano MTB Schuhe in meiner Größe lachen mich sofort an und für 25EUR lasse ich mir die Anprobe natürlich auch nicht nehmen. Leider fehlen die Platten innen um die Pedale festzuschrauben. Obwohl ich es wirklich besser weiß, frage ich trotzdem einen Herren vom Fachpersonal und bekomme die Auskunft, dass ich die Platten nicht brauche. "Die sind ja eh, wenn sie Pedale kaufen dabei"... oh je. Jetzt ist es also schon soweit, dass ich (und nicht der Zeugwart) mich besser bei Radschuhen auskenne als das Fachpersonal eines Sportfachgeschäfts. Ich falle wirklich vom Glauben ab. Die Schuhe nehme ich dann auch ohne Innenplatte für den Preis mit. Und ich erinnere mich wieder mal daran, warum das Sportgeschäft ungeliebt war und bleibt. 

Nach der Stunde steige ich vollkommen durchgeschwitzt von der Rolle und bin wirklich zufrieden. Mein Knie tut mir nicht weh. Es ist auch nicht angeschwollen, wie beim letzten Mal und auch nach der Dusche kann ich mich weiter hinhocken. Was für ein Erfolg zum Jahresende! Ich freue mich. 

2014 hat überhaupt jede Menge Erfolge zu verbuchen gehabt. Alles in allem, trotz vieler sportlicher Rückschläge und 365 Tagen blauen Knies, bin ich zufrieden:
  • die Zähne sind wieder heil und können ohne Probleme benutzt werden,
  • ich kann walken mit kurzen Laufintervallen und es genießen,
  • mittlerweile klappt das Rad fahren besser, als es vor meinem Unfall jemals geklappt hat,
  • ein Jobwechsel hat mir das größte Glück beschert, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann, ist das wirklich prima 
  • der Zeugwart fährt immer seltener alleine Fahrrad, wir sind auch sportlich wieder öfter ein Team

Für 2015 wünsche ich mir, dass mir und allen meinen Lieben ob nah oder fern, die Gesundheit hold bleibt und Glück dazu kommt. Sportlich gesehen hat mein Herz das hier geplant: 
  1. Am 25. April habe ich die Möglichkeit bei der Krass-Fit Challenge an den Start zu gehen. Hier werde ich höchstwahrscheinlich weitestgehend wandern, weil rennen bis dahin sicherlich über die angepeilte Distanz von 25km noch nicht drin sein wird. 
  2. Insgeheim plane ich, am 1. November am Hockenheimring 10km laufen bzw. rennen zu können und zwar zusammen mit meiner Teamchefin. Dass sie das kann und zwar praktisch jederzeit, steht dabei übrigens außer Frage.  Bei mir ist der Unfall dann fast zwei Jahre her, bis dahin sollte das blaue Knie komplett und gut verheilt sein und Training möglich gemacht haben. 
  3. Vielleicht ist vorher auch noch ein kurzer Triathlon drin? 
Besser ist es allerdings, man steckt seine Ziele nicht zu hoch... dann wird man auch nicht enttäuscht, wenn es doch nicht so klappt. Also erst mal weiter Rad fahren... gerne auch auf der Rolle. Immerhin gibt es noch zwei Sissifilme für die Schneephase! 



Danke, dass Ihr hier das letzte Jahr mitverfolgt habt, obwohl es mit Triathlon an sich ja leider eher wenig zu tun hatte. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändern wird! Rutsch gut rüber! Alles Gute... 

Sonntag, 28. Dezember 2014

Das neue Halb-Marathon Training / Buch gelesen

In ferner Zukunft liegt irgendwann auch wieder mal ein Wettkampf. Derzeit sieht es allerdings eher danach aus, als wäre es irgendwas mit Rad fahren und zur Not auch mit Schwimmen. Beides klappt nämlich ganz ok, nach dem Unfall. Laufen klappt noch nicht. Aber irgendwann bestimmt wieder, deshalb ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn ich mich schon mal mit einer eventuellen Zielsetzung auseinandersetze. Man kann ja nicht ewig walken, wegen eines blauen Flecks. Glaube ich zumindest. 

Es gibt ein neues Buch über Halbmarathon Training von Sonja von Opel und Michael Reusse, dass im Bruckmann Verlag erschienen ist. Ich habe es mir in den letzten Wochen mal ausgiebig zu Gemüte geführt.  


Das Format ist ganz angenehm, nicht so riesig, und angenehm zu blättern. Drin stehen, ehrlich gesagt, keine wahnsinnig neuen Erkenntnisse, finde ich zumindest. Es heißt zwar das "neue" Halb-Marathon Training", allerdings wird auch hier eben laufen mit laufen trainiert und wirklich etwas Neues im Vergleich zu den zahlreichen Trainingstipps in einschlägigen Magazinen wie Runner's World oder Running - Das Laufmagazin kann ich nicht entdecken. 

Ich finde allerdings, dass das Buch ganz schön zu lesen und nett aufbereitet ist. Es gibt zahlreiche Expertentipps und viele wichtige Punkte sind in "auf einen Blick" Boxen nochmals zusammengefasst. So kann man im Ernstfall, in den Boxen nachsehen und muß nicht das komplette Kapitel nochmal durcharbeiten. 

Interessant finde ich, dass das Buch tatsächlich versucht einen Spagat zwischen absoluten Anfängern über die Halb-Marathon-Distanz und offensichtlich absolut leistungsorientierten Läufern zu machen. Ich bin mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Da ich mich in der Mitte anordne, weil ich schon ein paar 21km Läufe absolviert habe, und trotzdem nicht richtig leistungsorientiert bin, kann ich über manche Passagen im Buch nur schmunzeln. Wie bei so vielen anderen Trainingsschriften wird auch in diesem Buch darauf hingewiesen, dass man mit ordentlich Training auch gut mal die Distanz in 1:29Std. absolvieren kann. 


Das Buch versucht eben möglichst alle Läufer gleichermaßen anzusprechen. Allerdings bin ich mir fast sicher, dass ein erfahrener Läufer, wenn er nicht gerade sehr gerne liest, eher weniger zu einem solchen Buch greift und deshalb auf so einen Trainingsplan nicht stoßen würde. Auch braucht ein erfahrener Läufer, der solche Zeiten abliefern kann keine Tipps zu Kleidung, Schuhen oder Rennablauf. Wer diese Zeiten läuft hat all diese Themen für gewöhnlich im Griff. 

Das Buch endet nicht mit dem Lauf an sich, sondern deckt auch die Nachbereitung ganz gut ab. Das heißt, es gibt Tipps zu den typischen Läufer Wehwehchen und zu Übungen um die Muskeln zu lockern. Allesamt natürlich auch nicht wirklich neu, irgendwann kann man sich einfach nicht mehr anders verbiegen, als in altbekannter Manier, aber gut erklärt und mit Fotos bestückt. 


Das Buch kostet 19,99EUR im Buchhandel in Deutschland und bietet tatsächlich viele Tipps für eine optimale Trainingsgestaltung. Es deckt die Bandbreite zwischen Anfängern und erfahrenen Läufern gut ab, auch wenn ich -wie bereits erwähnt- nicht glaube, dass erfahrene Läufer zu so einem Buch greifen werden. 

Samstag, 27. Dezember 2014

Nicht alleine im Wald

Bei uns schneit es, wie überall in Deutschland, zumindest sprechen die sozialen Medien eine einheitliche Sprache. Als ich aufstehe, schneien bereits dicke Flocken, aber ich kann nicht glauben, dass tatsächlich etwas liegen bleiben wird. Aber ich lasse mich natürlich eines besseren belehren und so schaue ich nur ein paar Stunden später auf eine geschlossene Schneedecke. Das ist ja ein Ding! 

Da es immer weiter schneit, gibt es für mich heute nicht die Option Fahrrad zu fahren. Meine Brille wäre sofort beschlagen und durch die vielen Schneeflocken auch nicht sonderlich durchsichtig. Gerade wenn man beim Rad fahren etwas zügiger unterwegs ist sollte man auch alles sehen können. Also gehe ich heute laufen. Oder eher walken. Zum viel laufen reicht es sicherlich nicht, auf dem verschneiten Boden. 

Das ist aber nicht schlimm. Irgendwie geht es derzeit ja immer noch um die Bewegung an sich und darum, dass überhaupt was geht. Ich statte mich also das erste Mal in diesem Jahr absolut wintertauglich aus und schon geht's los. Das Schneetreiben ist einfach herrlich. 


Ich laufe erst über die Felder durch richtig tiefen (10cm) Schnee und genieße, dass der bei jedem Schritt knirscht. Dann biege ich in den verschneiten Wald ab. Hier sieht's ein bisschen aus wie im Winterwunderland. Der Schnee hat es manchmal noch nicht ganz bis an den Waldboden geschafft, weil der Wald zu dicht ist. So laufe ich abwechselnd durch Schnee und Matsch. 


Und dabei genieße ich, dass ich alleine im Wald bin. Hier ist keiner sonst um den Schnee zu genießen. 


Keiner, außer den Tieren, die hier sowieso zu Hause sind. Vor mir tritt ein Reh auf den Weg und bleibt einfach stehen. So ist das, wenn man einfach nur walkt. Man ist leise und selbst ein Reh nimmt einen nicht als Gefahr wahr. Und weil das Reh es alleine mit mir zu langweilig auf dem Weg findet, kommt ein zweites ebenfalls aus dem Unterholz und nun sind wir schon zu dritt. Sie schauen aufmerksam, aber da ich einfach nicht interessant genug bin, gehen sie auf der anderen Seite des Weges wieder in den Wald hinein. Und sind so schnell unsichtbar, wie es nur Rehe sein können. 


Ich komme auf dem schlammig-schneeigen Waldboden wirklich nur sehr schlecht voran. Aber das ist egal, weil mich das Treffen mit den beiden Rehen einfach verzaubert hat und es eben für jedes Erlebnis den richtigen Boden zu geben scheint. Man kann eben nicht alles haben. 

Donnerstag, 25. Dezember 2014

#train47 - Eine Mottofahrt bei 4°C

Meine Wintertrikots, die ich von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, lohnen sich wirklich. Heute ist wieder eines dran und beim Blick auf das Thermometer, das sich seit dem Aufstehen bei 4°C eingependelt hat, weiß ich auch, dass es die richtige Wahl gewesen ist. Dazu gibt's heute noch ne Schicht drunter und eine Schicht drüber plus Buff und Mütze und schon kann ich in die  Winterschuhe schlüpfen und die Überschuhe drüber ziehen. 


Heute können wir nicht ganz so lange Rad fahren. Erstens natürlich wegen der Temperatur, zweitens aber auch wegen unserer weiteren Weihnachtsplanung. Wir sind zum Mittagessen eingeladen und vorher muß selbstverständlich geduscht werden. Also fahren wir nicht allzu weit, dafür aber ordentlich dreckig. Ich sehe schon nach der ersten Pfütze aus, als wäre ich bereits seit Tagen unterwegs. 

Ganz dem Motto des IQ Athletik Projekts #train47 folgend, führt unser Weg heute zu Zügen und Gleisen. Beim #train47 sollen 4700 Kalorien über die Weihnachtsfeiertage verbrannt werden. Das ist natürlich bei mir ein mehr als frommer Wunsch, aber egal. Im Reglement steht, dass es auch mehr oder weniger sein dürfen. Für mehr kann ich nicht garantieren, für weniger allemal. 

Als dieses Bild entstanden ist, dachten wir eigentlich, wir könnten die Schienen mit Hilfe einer Unterführung unterfahren. Konnten wir aber nicht. Wir sind lediglich auf einem Mittelgleis gelandet. Ohne Zug weit und breit. Weder einer noch 47. Nun ja. Immerhin habe ich die Gelegenheit fürs erste Mottobild genutzt. 


Bei unserer Radausfahrt trage ich meinen Polar Loop . Allerdings registriert der meine Radfahrerei nicht. Ob ich fahre oder sitze ist für den Loop das Gleiche, denn anscheinend ist ihm nur wichtig, ob sich -in meinem Fall- der linke Arm bewegt. Schlenker ich den stark hin und her, wird Aktivität und Kalorienanzahl ermittelt. Sitze ich auf dem Rad und trete wie eine Irre um hinter dem Zeugwart auch nur ansatzweise Land zu sehen, denkt der Loop ich sitze gemütlich rum und erkennt die Bewegung nicht an. Wie deprimierend. Ich bin mir nicht sicher, ob der Loop für Sportler deshalb was taugt. Vielleicht nur, wenn man einen Pulsgurt koppelt? 

Während ich versuche den Abstand zum Zeugwart nicht zu groß werden zu lassen, kann ich darüber allerdings nicht allzu umfangreich nachdenken. Alles zu seiner Zeit. Gut, dass wir erneut ganz Mottogetreu, ausgebremst werden: an einer Bahnschranke. 


Offenbar hat unser Trainer von IQ Athletik heute keine Kosten und Mühen gescheut, um uns das #train47 Projekt vollumfänglich darzubieten. Wahnsinn. 
Wir fahren heute nur 1,5 Stunden und sind mehr als pünktlich für unsere Dusche zurück um ordentlich zum Weihnachtsmittagessen in Erscheinung zu treten. Das ist heute ja mindestens genauso wichtig, wie die eingefahrenen Kilometer und abgeschüttelten Kalorien für #train47. Prioritäten konnten wir da keine setzen. 

Dienstag, 23. Dezember 2014

Limes und viel Wasser

Der Zeugwart hat sein Weihnachtsgeschenk bereits gestern bei Radsport 360° abgeholt und so ist es irgendwie klar, dass wir das neue Familienmitglied heute mal kurz ausfahren. Dass wir nur kurz unterwegs sein werden, scheint aber nur in meiner Planung vorhanden zu sein... dazu später mehr. 

Das neue Rad vom Zeugwart ist ein Crosser und so bleibt das MTB heute im Keller und die zwei Crosser sollen ihren Spaß haben. Gleich an der ersten Kreuzung biegt der verrückte Zeugwart mal nach links in die Wiese ab und wir fahren ordentlich durch Matsch und Wasser. Sein Crosser scheint schlammig-rutschigen Untergrund ähnlich zu mögen, wie meiner. Wahrscheinlich sind wir hier, 5,80m von daheim entfernt, schon das erste Mal komplett eingesaut. 

Bei mir ist das heute nicht so wild, ich habe nämlich seit gestern Überschuhe, die meine Winterschuhe zusätzlich vor Schmutz schützen und auch noch wasserdicht und windundurchlässig sind. Also, wenn ich in dieser Kombination nun kalte Füße bekomme... dann weiß ich es auch nicht. Meine Oberschenkel lassen mich heute schon früh wissen, dass ich heute nicht schnell und weit kommen werde, weil sie einfach vorher zumachen wollen. Und weil es schwierig ist, mit dem Zeugwart und seinem Crosser mitzuhalten. Unglaublich schwierig. 

Ich muß unbedingt mit Andreas vom Radladen sprechen. Da wird es doch bestimmt eine Lösung geben, die dem Zeugwart einen Riegel vor die Beschleunigung schiebt. Was war das schön, als er noch mit seinem MTB gefahren ist. 14kg schwer und kaum beweglich. Aber heute muß ich hinterher, da beißt die Maus keinen Faden ab. 

Wir fahren erst ein bisschen durch bekanntes Terrain und suchen einen Zugang zum Main... bis wir dann auf dem Limes Radweg landen. Der ist herrlich! Super ausgeschildert und landschaftlich absolut sehenswert. 


Ab und an steht mal ein informatives Schild, dass wir -wenn wir langsamer unterwegs wären- durchaus auch lesen könnten. Geht aber nicht. Wir sind zu schnell... also der Zeugwart ist zu schnell. Ich hechle nur hinterher. Wenigstens hat er vorher nicht steif und fest behauptet, er wäre unfit. Das ist ja schon mal was. Über diesen Radweg, der an der Grenze des Limes entlangführt, fahren wir auch an dieser Klosterruine vorbei, die der Zeugwart natürlich erst mal kreuz und quer mit seinem neuen Fahrrad erkundet. 



Gut, dass wir heute farbenfrohe Kleidung anhaben. So sind wenigstens zwei Farbtupfer hier im Wald unterwegs. Die Strecke ist wirklich schön, die Beschilderung ist prima und wir entdecken jede Menge  neue Wege. Und das eigentlich recht nah vor der Haustür. Zumindest glaube ich das. Irgendwann wird die Umgebung immer feuchter und rechts und links vom Weg steht das Wasser im Wald. Der Weg sieht fast so aus, als wird der immer mal wieder überschwemmt, sagt der Zeugwart... und kaum gesagt, stehen wir auch schon vor einem reissenden Bach, der tatsächlich den Weg überschwemmt. Und zwar auf mehreren Metern. Ziemlich ordentlich. 


Aber wir haben keine Wahl, denn wir wollen hinten unter der Autobahn durch und dann in Richtung Hanau. Also machen wir eine Krisenbesprechung und schauen, so gut es eben vom "Ufer" aus geht, welcher Weg höchstwahrscheinlich der Beste sein dürfte. Wie abenteuerlich... 
Es empfiehlt sich, wegen einem großen Ast und einem Stein, irgendwie mehr links als rechts durchzufahren und zwar in einem kleinem Gang, permanent tretend und ohne Angst. Was soll schon passieren? Wir müssen ja durch... 




Von so ein "bisschen" Wasser lassen wir uns also schon mal nicht aufhalten. Besonders lustig finde ich es allerdings, dass wir noch nicht mal 1km weiter tatsächlich vor einer Wassermasse stehen, die wirklich unüberwindbar ist. Unter der besagten Autobahnbrücke, wo wir lang fahren müssen um weiter zu kommen, steht das Wasser ordentlich tief. Wir können nicht wirklich abschätzen, wo es überhaupt lang geht und wir haben auch keine Referenz um zu wissen, wie tief das Wasser tatsächlich ist. Außerdem gibt es einen Zulauf von links, der ganz schön Wellen macht. Hier kommen wir nicht durch. Auf keinen Fall. 

Also drehen wir wieder um. Und wir fahren nochmal durch die Wegüberschwemmung. Wie abenteuerlich. Der Zeugwart hat eine super Hose an, bei der das Wasser abperlt, meine Hose ist bis zum Knie nass. Aber meine Füße sind trocken. Sind halt super die Schuhe und die Überschuhe natürlich auch. Und sauber sind die jetzt auch, ganz ohne schrubben. 

Der Zeugwart und ich fahren noch flott über das Kino zurück, weil wir unsere Karten für den obligatorischen Weihnachtsfilm abholen, und sind dann nach 51km wieder daheim. Ich bin fix und alle... und frage mich, ob ich wohl noch vor den Feiertagen auf Andreas vom Radladen zugehen soll, oder besser nach dessen Urlaub. 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Radfahren mit Tönen

Ich glaube an das Gute im Menschen und aus diesem Grund frage ich gestern im Fahrradforum einfach mal nach, ob denn jemand heute Lust hat, mit dem Zeugwart und mir gemeinsam Crosser bzw. MTB zu fahren. Natürlich ist Lust da und so geht es heute früh zum bekannten Treffpunkt. Gemütlich soll es werden, das wurde extra besprochen. Da bin ich ja mal gespannt. 

Umso mehr, als am Treffpunkt noch zwei Endzeitfitte in Erscheinung treten, die bisher noch nicht mit mir zusammen gefahren sind. Das wird sicherlich äußerst gemütlich, vor allem, weil die Endzeitfitten als allererstes mitteilen, dass sie nicht fit seien. Sowas läßt mich ja seit neustem hellhörig werden: Wenn Männer nicht fit sind. Glasklare Sache. Ich stelle mich also auf eine Tour ein, bei der ich stets außer Puste sein werde. Dann wollen wir mal sehen. 

Wir fahren eine herrliche Strecke über den Frankfurter Goetheturm, dessen Weihnachtsmarkt noch geschlossen hat, durch Waldstücke die wir von einer vorherigen Tour kennen und durch komplett unbekanntes Terrain. Seit neustem bin ich ja auch gar nicht mehr überrascht, wenn wir von den sog. Waldautobahnen spontan auf Kommando alle rechts abbiegen und irgendeinem Pfad folgen, den man nur mit absoluter Mühe erkennen kann. Ich fahre dann einfach. 

Ebenso mache ich es mit Ästen, egal ob dick oder dünn, die im Weg liegen. Ich fahre einfach drüber. Natürlich mit Vorderradlupfen, aber es funktioniert. Allerdings ist jede dieser Aktionen gespickt mit Tönen. Irgendwie hat die heutige Radtour was von der alten Batman Serie aus dem Fernsehen, viele meiner Aktionen machen Töne. Bei mir. Fahre ich spontan über einen Stein oder versetzt es mein Hinterrad im Schlamm gibt es bestimmt ein Aaarrrghhh, was die Sache untermalt. Ist es ein dicker Ast, kommt spontan ein Uuurrrr  und wenn mir ein besonders stabiler gegen das Schienbein knallt, gibt's natürlich ein Aua. 

Den Herren um mich rum, sind meine Geräusche ganz offenbar egal. Oder sie hören sie einfach nicht, weil ich soweit abgeschlagen bin... warum genau sie keiner registriert, weiß ich jetzt nicht. Da wir allerdings ständig über total schlammige, mit vielen Ästen und Steinen gespickte Reitwege fahren, kann ich mich sowieso nicht damit befassen, warum das letzte Uuooahhhh nicht registriert oder kommentiert wird, weil der nächste Ton garantiert innerhalb von wenigen Minuten folgen wird. Und bis dahin, muß ich mich konzentrieren. 

So ein Fahrradausflug mit den total müden und unfitten Herren ist nicht nur für meine Muskeln ein ordentliches Training, sondern vor allem auch für meinen Kopf. Ich schaffe es aber permanent bei der Sache zu sein und wirklich ziemlich konzentriert hinter den Müden herzujagen. Dabei bin ich auch wirklich sehr froh, dass die Herrschaften hier und heute nicht ausgeschlafen und ausgeruht angetreten sind. Manchmal ist das Glück mir einfach hold. Wie herrlich.


Ich bin nach unserer heutigen Tour, die immerhin über 40km lang war, so geschafft, dass ich mein komplett eingedrecktes Fahrrad tatsächlich nicht mehr aus dem Auto bekomme. Ich schaffe es unter die Dusche, dann zum Esstisch und gleich danach auf die Couch. Und das einzige Geräusch was der Zeugwart dann noch von mir hört, ist ein leises seufzen.


Donnerstag, 18. Dezember 2014

Das Lob des Loops

Gestern hatte ich unheimlich Muskelkater und den halben Tag ordentliche Kopfschmerzen und ich glaube, beides hängt 1. zusammen und 2. kommt's vom laufen. Ich wollte wahrscheinlich mal wieder zu viel auf einmal und habe deshalb nicht nur für das Knie übertrieben, sondern auch für meine Oberschenkel und meinen Kopf. Gut, dass ich alles bis zum Ende des Tages vertrieben habe. So schlimm kann's dann -im nachhinein betrachtet- auch nicht gewesen sein. Stimmt schon.
 
Heute will ich eine Runde laufen gehen. Früh, vor der Arbeit. Das ist mir angenehmer, als im Anschluß. Außerdem habe ich heute im Anschluß noch etwas vor, und würde das Laufen deshalb dann komplett sein lassen. Und das wäre auch blöd. Also heute früh. Von der Dunkelheit her, gibt sich das allerdings gar nichts zu vorgestern Abend. Es ist kühl, nass, dunkel und früh.
 
Heute entscheide ich mich, weil es wirklich richtig nass überall ist, für eine Route zwischen den Häusern. Hier ist  zumindest eine Strassenseite beleuchtet und ich laufe nicht Gefahr volle Kanne in einer Pfütze zu landen, weil ich sie nicht sehe. Auf meinem üblichen Weg laufen so früh nämlich nur Gummistiefelträger rum. Und Goretex Schuhe habe ich -noch- keine. Ein nicht unwesentliches Manko bei diesem Wetter, aber spontan auch nicht zu ändern.
 
Irgendwie will ich mir im jetzigen "Zustand" keine neuen Laufschuhe kaufen, weil ich ja gar nicht wirklich laufen gehe. Das bischen Walkerei... verdient das überhaupt Laufschuhe? Ist das überhaupt wichtig?
 
Ich laufe an vielen beleuchteten Weihnachtsdekorationen vorbei und muß ganz spontan daran denken, dass heute ja Dein Geburtstag ist. Und ich bin selbst ein bischen erschrocken davon, dass ich einfach so zwar kurz an Dich denke, aber es damit auch gut sein lassen kann. Meine Gedanken sind beim restlichen Lauf nicht nur bei Dir, ich kann die Lichterspiele genießen und habe Deinen Geburtstag dann auch schnell wieder beiseite geschoben. So, als hätte ich an die Gratulation gedacht.
 
Die Weihnachtsdekorationen und Lichterinstallationen sind wirklich hübsch. Teilweise glaube ich allerdings, dass es abends mehr beleuchtet ist, als so früh am Morgen, aber für die frühe Stunde, kann ich wunderbar viele Lichter bestaunen. Vielleicht mache ich jetzt in den Tagen vor Weihnachten noch mal eine abendliche Walkingrunde mit Kamera und fotografiere die Lichter mal? Ein heimatliches Lichtersightseeing quasi. Das würde mir gefallen.
 
Zuhause werde ich von meinem neuen Polar Loop, den ich bei Orthomol Sport gewonnen habe, fast ein bischen gelobt, weil ich mich tatsächlich etwas bewegt habe und meinem Tagesziel näher gekommen bin. Der Loop ist ein Activity Tracker und man trägt  ihn permanent um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel man tatsächlich so rumsitzt, steht oder eben läuft. Er soll dazu anspornen sich mehr zu bewegen und zeigt, neben der Uhrzeit, auch die absolvierten Schritte, einen Kalorienverbrauch und ein Aktivitätslevel an. Mit jeder Bewegung sammle ich kleine leuchtende Punkte.

 
Ablesen kann ich die Erfolge auf dem Loop Display selbst, oder auf meiner HandyApp. Ein witziges Tool, dass sich allerdings bestimmt auch täuschen läßt. Ich bin schon gespannt, ob es unsere Fahrradtouren als "inaktive Zeit" bezeichnen wird. Weil ich ja nur sitze und meinen Arm nicht dabei bewege. Ich werde berichten.
 
Nachdem ich also glücklich über das Lob des Loops und mit dem Vorsatz des heimatlichen Lichtersightseeings wieder unter der Dusche hervorkomme, geht's zur Arbeit. Es ist auch höchste Zeit.  

Dienstag, 16. Dezember 2014

Dunkle Schwere

Der Winter hat uns noch nicht wirklich im Griff, zumindest schneit es bisher nicht. Dafür regnet es heute Abend und es ist windig. Und die Couch ruft. Zumindest höre ich sie. Aber ich möchte trotzdem nicht gleich drauf landen, sondern erst noch eine Runde drehen. 

Hoffentlich reichen meine Kleiderschichten aus um nicht zu frieren? Ich spreche mich mit dem Zeugwart ab, welche Wege für einen abendlichen Lauf im dunklen in Frage kommen und rüste mich mit der LED Lenser Neo sowie ein paar Extralichtern aus. Heute habe ich von einem Unfall gehört, bei dem ein Läufer von einem Auto übersehen wurde, weil er schlecht zu sehen war. Der Läufer liegt im Krankenhaus. Also ist es mir lieber, ich lege ein paar mehr Lichter an, als ebenfalls übersehen zu werden. Paßt ja außerdem zur Jahreszeit, irgendwie. 



Ich walke und laufe im Wechsel. Leider ist ein Teil meines Weges gar nicht beleuchtet, offenbar haben der Zeugwart und ich uns falsch verstanden? Oder wir hatten den Weg einfach beide falsch in Erinnerung. Ich laufe auf jeden Fall im Stockdunklen, das ist mir nicht ganz so sympathisch. Dafür ist die Neo auch etwas zu dunkel, für meine Ansprüche. Ich hab's gern ausgeleuchtet, so dass ich den Weg mit eventuellen Unwegsamkeiten gut erkennen kann, die Neo schafft das nicht. Falls man das möchte, kann ich die H7 von LED Lenser empfehlen. 
Bei der Neo gefällt mir allerdings gut, dass sie am Hinterkopf eine rote LED hat, die blinkt, wenn man sie anschaltet. Ein zusätzliches Positionslicht quasi, um andere Verkehrsteilnehmer über die Läuferin zu informieren. Schlecht ist das nicht. 


Der nächste Teil meines Weges ist wieder beleuchtet, durch Straßenlaternen. Hell ist zwar was anderes, aber immerhin etwas mehr Licht, als ganz ohne Straßenbeleuchtung. Der gute Wille zählt eben. 

Ich habe leider mit den Rennintervallen etwas übertrieben und bin deshalb total fertig, als ich wieder heim komme. Irgendwie schaffe ich es geradeso unter die Dusche. Nur weil es mit dem Fahrradfahren so gut klappt im Augenblick, scheint man das nicht unbedingt auf andere Sportarten übertragen zu können. Laufen ist für das Knie anscheinend doch noch schwierig. 

Samstag, 13. Dezember 2014

Zufriedener Dauerregen

Endlich mal wieder Rad fahren! Heute ist es soweit. Ich habe am letzten Wochenende keine Zeit -und zugegebenermaßen irgendwie auch keine Muse- zum Rad fahren gehabt, weil es kalt, naß und unschön war draußen. Also habe ich mich so richtig auf dieses Wochenende gefreut. Nun findet der Dezember aber, dass nasses Wetter viel cooler ist, als Wärme, Trockenheit oder Schnee und so habe ich auch dieses Wochenende kein wirkliches Wetterglück. Zumindest jetzt am Samstag nicht. Morgen kommt Rad fahren nicht in Frage, wir sind eingeladen und zwar weitestgehend, wenn es hell draußen ist. Wie unpassend für das Radtraining. 

Wir haben zwei neue Fahrradkarten gekauft, weil wir Abwechslung brauchen und uns bei der letzten Tour ja "leicht" verfahren haben. Also planen wir heute auf der Couch eine Fahrradtour zum Goetheturm. Wir schaffen es, während einer Regenpause alles durchzuplanen und uns die Radklamotten anzuziehen und genau zu dem Zeitpunkt, an dem es wieder mit dem Regen losgeht runter zu gehen um die Räder aus dem Keller zu holen. Perfektes Timing. Letztes Wochenende hätte ich gleich wieder umgedreht. 

Heute nicht. Heute ziehe ich meine Regenjacke über und denke, dass praktisch jedes Foto von mir auf dem Rad in diesem Jahr mit dieser Regenjacke gemacht wurde, weil es entweder kalt, windig oder nass war draußen. Heute ist es also wieder so. Es regnet. Ordentlich. 

Der Zeugwart und ich wollen zum Goetheturm fahren und das durch den Wald. Als wir losgefahren sind stellen wir fest, dass wir die Karte daheim auf der Couch vergessen haben. So ist wenigstens einer von uns später trocken und ausgeruht. Es ist fast so, als hätten wir die Karte absichtlich geschont. Aber egal, jetzt drehen wir nicht um, sondern schlagen uns so durch. 

Die Wege sind aufgeweicht und innerhalb kürzester Zeit sind unsere Radschuhe und unsere Hosen total eingesaut. Bei einem Weg erdreiste ich mich und frage den Zeugwart ob er sich wirklich sicher ist, dass es hier lang geht... ich sinke nämlich irgendwie immer weiter ein. Ist er sich nicht und deshalb drehen wir um und nehmen einfach eine andere Richtung. Rad fahren macht ohne Karte erst richtig Spaß. Und tatsächlich finden wir dieses Mal den Goetheturm! 


Und der Zeugwart schafft es ein Bild von mir zu machen, dass so aussieht, als wäre ich nicht wirklich dreckig und als würde es nicht ordentlich regnen. Ein wahrer Künstler. Wir fahren nach dem Goetheturm zum Main und dann am Ufer entlang zurück nach Hause. Der Weg ist normalerweise hoch frequentiert in Frankfurt. Hier ist sonst jede Menge los und irgendwie finde ich, dass man die Maximalbesetzung des Weges gut auf die paar Entnervterer, die am Rand stehen, und uns, die wir uns den Weg nebeneinanderherfahrend teilen, begrenzen könnte. Wenn die Sonne scheint, tritt man sich hier förmlich auf die Füße und ich stelle dann immer wieder fest, dass das für keinen schön ist. Weder für die Kinder, noch für die Hunde, die älteren Herrschaften, die Familien oder die Sportler. Jeder will den Weg für sich, jeder muß Rücksicht nehmen und Spaß macht es dann doch wieder keinem. 

Heute ist der Weg leer. Mag am Regen und den 5°C liegen? Da bleibt man wohl eher zu Hause und backt Plätzchen oder macht Hausarbeit. Ich bin nach dem Unfall mittlerweile wieder so im Sport angekommen, dass es mir wichtiger ist draußen zu sein und Fahrrad zu fahren anstatt den Haushalt zu machen. Daran habe ich erst kürzlich gemerkt, dass es mir wirklich wieder besser geht und ich fast im Vorunfallmodus angekommen bin. 

Wir machen noch ein gemeinsames Regenbild, weil man auf dem zeugwartschen Helm die Tropfen so gut sieht und es sowieso viel mehr gemeinsame Bilder geben sollte, ehe wir nach Hause fahren. Und kurz ehe wir dort ankommen, hört der Regen auch mal wieder auf. 


Das paßt ja. So können wir die Räder in Ruhe wegräumen und ohne Hetze aus den Klamotten aussteigen. Meine zweite neue Radhose, die heute ist von Gore, ohne Träger, bekommt von mir auch eine prima Kritik. Ich habe nicht gefroren und sie war sehr bequem und äußerst angenehm. Dafür, dass sie nicht als regendicht verkauft wird, hat sie den Dauerregen während der vergangenen 2,5 Stunden gut abgehalten und meine Beine sind nicht total naß und eiskalt. Sehr angenehm. Manchmal lohnt sich also so eine Investition! Ich bin zufrieden. 

Freitag, 12. Dezember 2014

Faule Schwimmerei

Ich habe keine Lust zum schwimmen heute und die Vereinsmädels sind ehrlich und haben auch keine Lust. Wir lassen uns deshalb erst so spät wie irgendwie möglich zu Wasser und schwimmen los als es schon über die Zeit ist. Aber wenigstens schwimmen wir irgendwann los. Das ist mehr, als ich mir heute vorstellen konnte ehe ich das Wasser überhaupt berührt habe. 

Ich schwimme immer hin und her und die Motivation wird irgendwie nicht besser. Es ist heute wirklich übel. Könnte auch daran liegen, dass der Plan den ich heute schwimme wenig Blöcke bietet sondern ich für jede Bahn irgendwie was anderes machen soll. Das heißt die Schwimmerei wird ständig unterbrochen. Es gibt schöneres. 


Generell finde ich den Plan nicht so prickelnd, weil ich auch noch 4 Bahnen Badewanne drin stehen habe und es ja schließlich nicht geht, einfach so was zu überspringen. 

Ich steige nach 55Minuten aus dem Wasser und weiß schon, dass ich Muskelkater bekommen werde. Außerdem bin ich nicht wirklich viel zufriedener als vor dem Schwimmen. Aber ich bin doch irgendwie froh, dass ich im Wasser war. Die warme Dusche im Anschluß ist allerdings -wie meistens- das Beste am Schwimmtraining. 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ausgelaugtheit- gibt es das überhaupt?

Es ist schon dunkel und ziemlich kalt als ich heute von der Arbeit heim komme. Heute früh konnte ich mich, wegen akuten Schlafmangels, auch nicht zu einer Sporteinheit durchringen, also sollte heute Abend schon was drin sein. 
Sollte. 

Ich kann mich nicht gut durchringen und bewege mich nur von der Couch hoch, weil der Zeugwart auf die Rolle geht. Und weil er da eisern ist, wird sich umgezogen und losgelegt. Und weil ich nicht die einzige faule auf der Couch sein möchte, ziehe ich mich auch um. Wiederwillig. Aber meistens ist es ja dann besser, wenn ich mit Sport oder was auch immer fertig bin. 
Meistens. 

Fertig angezogen schleppe ich Matte, Black Roll, Powerbands, Besenstiel, TrX und Kettlebell zusammen und bilde daraus einen Zirkel um ein Zirkeltraining zu absolvieren. Was anderes fällt mir jetzt nicht ein. Ich möchte nämlich nicht raus, weil es da ja, wie bereits erwähnt dunkel und kalt ist. Ob es nicht sinnvoller wäre doch draußen rumzurennen weiß ich nicht. Ist jetzt aber auch egal. 

Der Zirkel sieht wie folgt aus und wird dreimal absolviert. Bis zur vollkommenen Muskelerschöpfung.

10 Wiederholungen von folgenden Übungen: 
Sit-ups
Rudern mit Powerbands
Step-ups
TrX Klimmzüge
Besenstiel Kniebeugen

Im Anschluß mache ich noch ein paar Dehnübungen und dann geht's mir nicht gut. Zur Müdigkeit kommen auch noch Muskelschmerzen dazu und vollkommene Ausgelaugtheit. Wahrscheinlich gibt es dieses Wort überhaupt nicht. Aber im Moment fühle ich mich genau so. 

Samstag, 6. Dezember 2014

Samir Step -ein Versuch

Mittlerweile haben wir eine Koordinationsleiter gekauft, die habe ich ja hier noch vermisst, als ich Samir's DVD geschickt bekam. Sie ist nicht so lang, wie seine, aber ich bin ja auch noch ein Anfänger. Obwohl ich jetzt, beim ausprobieren feststelle, dass es gar nicht so gut ist mit weniger Feldern zu arbeiten. Man dreht ständig um, um zurückzuhüpfen... denn ist man gerade mal drinnen und hat die Bewegungsabfolge schön schwungvoll drin, dann muß man eben umdrehen oder ohne Leiterfelder weitermachen. Und wenn das ginge, dann wäre die ganze Leiter ja auch ohne Sinn. Das geht also nicht. 

Zumindest nicht so gut. 

Die Anfangsübungen mit 1, 2 oder 3 Bodenkontakten im Leiterfeld sind langweilig und für mich total einfach. Ich kann das ganz einfach und ich kann es mit wenig oder mit viel Kniehub. Anstrengender ist es natürlich mit viel Kniehub, aber auch nur, weil mir die generelle Kondition fehlt. Ich mache die 1, 2 oder 3 Bodenkontakte mit diversen Hand- bzw. Armübungen, aber auch das ist nicht wirklich eine Herausforderung für meine beiden Gehirnhälften. Es gefällt höchstens den Nachbarn, wie ich hier so wild rumhüpfe und dabei mit meinen Arme rumfuchtel als würde ich ungewünschte Insekten vertreiben. 

Die Steigerung davon ist ein Schlenkerschritt, der die Leitersache schon schwieriger macht. Eigentlich hüpft man permanent auf einem Bein durch die Gegend, schlenkert ein Bein hinter dem anderen lang und bewegt sich dabei aber nach vorne. Gerade die Vorwärtsbewegung finde ich ziemlich schwierig, ich bewege mich nämlich bei dieser Übung automatisch rückwärts. Aber gut. Wenn man alles gleich von Anfang an kann, macht es ja auch keinen Spaß. Also üben. 

Ich habe meinen Übungsparcours mittlerweile von der Straße weg auf unsere Terrasse verlegt. Ich will nämlich nicht, dass alle Nachbarn von ihren Nikolausessen abgelenkt werden, nur weil ich hier wild rumspringe und meine Arme in alle möglichen und unmöglichen Richtungen werfe. Hier bin ich außerdem auch schneller beim TV und kann mir die Anleitung nochmals ansehen. Daran hat bei der Aufnahme der DVD nämlich garantiert keiner gedacht. Nicht jeder hat nämlich draußen einen Fernseher mit DVD Spieler oder drinnen genug Platz für die Koordinationsleiter.


Irgendwann macht's aber Klick in meinem Kopf und ich kann den Schlenkerschritt abhüpfen ohne zu taumeln oder falsch zu treten. Ich springe einfach nicht weit genug, so dass ich leider nicht immer außerhalb des Leiterfeldes lande, aber die Bewegung klappt. Also erst mal über Kleinigkeiten freuen. Außerdem kann ich die "Hase und Jäger" Handübung währenddessen ausführen. Also das nenne ich "Übung macht den Meister". 

Ich hatte ja DVD's verlost und nachdem Ihr sie nun eine Weile zu Hause habt, wüsste ich doch gerne, ob Ihr auch schon Meister im "Hase und Jäger Handspiel" seid, oder Euch bereits die Füße und Hände verknotet habt... 

Freitag, 5. Dezember 2014

Auch für Schönwettersportler

Wenn man eher ein Schönwettersportler ist und es mit schlammigen Wegen nicht so hat, dann ist so ein Elsass Wochenende im Dezember eher weniger ratsam. Es sei denn, man wählt als Urlaubshotel das La Clairière aus. Das bietet, neben den hübschen Zimmern und dem leckeren Essen auch noch einen sehr netten, charmanten, Wellnessbereich, einen trainingstauglichen Fitnessraum und ein Hallenschwimmbad mit 12x6m. Immerhin größer, als so manches Hotelschwimmbad, das wir kennen. 

Im Fitnessbereich gibt es verschiedene Grosstrainer, ein Laufband und ein paar Standfahrräder, die selbst einen austrainierten Athleten über ein paar Schlechtwettertage hinwegtrösten können. Falls man sich wirklich überhaupt gar nicht hinaus traut. 


Ähnlich sehe ich das mit dem Hallenbad. 12m sind nicht wirklich lang, aber für eine Technikeinheit reichen die 12m allemal und wenn man es als Schlechtwetterprogramm Alternative zum Rad- oder Lauftraining sieht, dann paßt das. Außerdem ist das Hallenbad meistens so leer, wie auf dem Bild, viele Hotelgäste sind nämlich eher im Whirlpool oder in der Sauna, als sportlich im Pool unterwegs. Zumindest ist das unsere Erfahrung. 


Falls man nach dem Schlechtwettersporttag dann noch etwas Lust zum verweilen hat, bietet sich -natürlich außer den gemütlichen Zimmern- auch immer die Hotelbar an, in der uns am ersten Tag auch der Willkommenstee angeboten wurde. Obwohl das nicht nur bei schlechtem Wetter der Fall ist, sondern immer. 

In der Hotelbar gibt es bei jedem Wetter leckere süße Snacks, französische Kleinigkeiten und natürlich eine große Getränkeauswahl, damit der fleißige Sportler seine Speicher wieder entsprechend füllen kann. 


Zum Wassertanken muß man im La Clairière übrigens nicht erst bis in die Bar oder auf das Hotelzimmer. Wasser gibt es gleich am Eingang an der Rezeption zum zapfen und zur "sofortigen Durststillung". Das ist uns besonders positiv aufgefallen. 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Drinnen geht nicht

Hier im La Clairière gibt es hervorragendes Essen. Ausnahmslos. Die Küche ist wirklich sehr gut und wenn man, wie wir, mit Halbpension essen kann gibt es abends ein dreigängiges Auswahlmenü. Zwei Vorspeisen und drei verschiedene Hauptgerichte können ausgewählt werden. Der Nachtisch ist nicht auswählbar. Das würde man allerdings auch gar nicht verkraften, weil er einfach viel zu lecker ist, als dass man sich entscheiden können würde. 



Mittags wählen der Zeugwart und ich aus der Karte aus. Selbstverständlich kann man auch mit Vollpension buchen, das war uns bei diesem Aufenthalt allerdings nicht vergönnt. Wir essen daher à la carte und erhalten diese sogar auf deutsch. Das Menü am Abend wird uns ja live übersetzt, weil es nur auf Französisch geschrieben wird. Die deutsche Karte hat einige Gerichte, aus denen es sich auszuwählen lohnt. Allerdings stellen der Zeugwart und ich fest, dass es uns bei einem 7 Tage Aufenthalt dann irgendwann schwer fallen würde, noch etwas anderes zu finden. Wir sind nicht so die Spezialitätenesser, um es mal vornehm auszudrücken. 
Das Essen im La Clairière ist übrigens 100% bio, was auf die Anlieferung aus Deutschland und die Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten zurückzuführen ist. Mit französischen Partnern wäre dieses Prädikat höchstwahrscheinlich gar nicht zu erfüllen. 

Den Nachmittag verbringen der Zeugwart und ich zuerst auf dem Zimmer. Wir genießen das schöne Ambiente und ich arbeite ein bisschen am Blog. Soll ja kein reines Vergnügen sein hier. Als sich die Sicht von unserem Balkon etwas aufklart und der Nebel sich ein bisschen verzieht, entscheiden wir uns aber, dass wir den ganzen Nachmittag unmöglich drinnen verbringen können. 



Wir wollen noch eine Wanderung im Loosthal machen. Vom Hotel aus ist das auch schnell gefunden. Und der Anfang des Weges kann auch nur dieser eine hier sein, obwohl die Wegbeschreibung die wir von der Rezeption mitgenommen haben nicht unbedingt glasklar ist. Zumindest nicht in unserer Welt. Wir folgen dem gelben Kreis und glauben uns irgendwie auf dem richtigen Weg, bis der Zeugwart einmal mitten durch den Wald stiefeln läßt, weil ihm die Wegführung, der sich ein paar Französische Waldarbeiter angenommen haben, komisch vorkommt. Hier hat jemand gerodet, ohne darauf zu achten, ob vielleicht Markierungsschilder am Baum hängen. Zumindest erscheint uns das so. Selten habe ich meine Wanderschuhe so eingesaut, wie auf diesem Weg. Das liegt aber nicht nur an den Waldarbeitern, da muß ich ehrlich sein. 

Wir schaffen es kurz vor der Dunkelheit wieder zurück auf die Strasse und mit den letzten Lichtstrahlen dann auch ans Auto. Das nenne ich mal Timing... 

Froschkopf erlaufen

Leider müssen wir natürlich doch irgendwann aufstehen und zu Potte kommen. Wir haben selbstverständlich die Laufsachen eingepackt und deshalb werden die jetzt angelegt. Gut, dass ich in letzter Minute noch an meine Mütze gedacht habe, irgendwie hatte ich das Elsass kurzfristig weit in den Süden verlegt und deshalb eine Mütze nicht gleich auf dem Schirm.

Im Wald steht der Nebel und besonders warm ist es auch nicht, weshalb ich über den kurzen Geistesblitz wirklich froh bin. Der Zeugwart, der auf diesem Foto ganz weit vorne noch zu sehen ist, rennt mir, nachdem wir den Anfang des Trails gefunden haben, buchstäblich davon. Ich walke mich erst mal warm und versuche die Balance zu halten. 


Der Weg ist wirklich schlammig und absolut "Führer in der roten Jacke"-tauglich. Wenn der hier mit seinem MTB wäre, gäbe es kein halten mehr. So, versuche ich einfach nicht auf den Hintern zu fallen und mich nicht mehr als irgendwie notwendig einzusauen. Manche Passagen lassen sich aber für mein Knie und mich ziemlich gut laufen und so bekomme ich auch bei diesem Lauf einige Rennpassagen hin. 


Berg hoch und Berg runter. Obwohl es hier, rund um den Froschkopf, laut den Hotelmitarbeitern, keine Berge gibt. Nur kleine Hügel. Die Herrschaften sind das Elsaß halt gewöhnt... ich bin es nicht. 


Der Wald ist vom Nebel ganz verzaubert, man kann nicht weit schauen, aber wenn die Sicht klar wäre, hätte man bestimmt einen tollen Blick über den Wald. 

Als ich zurück zum Anfangspunkt der Runde komme, macht der Zeugwart Liegestütz. Ihn lastet so eine kurze Runde schon lange nicht mehr aus, deshalb hat er zusätzlich noch eine Strecke drangehängt. Natürlich ging es da auch nur hoch und runter. 

Jetzt geht's zum Hotel zurück und im Anschluß wollen wir in den Wellnessbereich. Immerhin sind wir ja hier um die Vorzüge des Hotels zu genießen und auszuprobieren. Also raus aus den Laufklamotten und rein in die Bademäntel. 

Wellnessfrühstück

Hier im Elsaß ist es so still, dass ich heute Nacht schlafe wie ein Stein. Der Zeugwart hat den Wecker gestellt, was ziemlich schlau war, denn ich würde gut noch 8 Stunden weiterschlafen. Jetzt sind wir aber nun mal wach und so ziehen wir uns -fast irgendwie- zügig an und gehen zum Frühstück. Das wird im gleichen Restaurant serviert, wie gestern das Abendessen und im Eingangsbereich ist heute ein kleines Frühstücksbuffett aufgebaut. Sofort fällt uns die Nuss- und Körnertheke ins Auge die direkt neben dem Honig zu finden ist. Und der fällt uns natürlich auch sofort auf, frischer geht es ja kaum als hier.
 
 
Wir sitzen in guter Hirschgesellschaft beim Frühstück, was prima zum allgemeinen Ambiente paßt, weil hier alles waldnah ist. Im Restaurant ist die Nähe zur Natur prima umgesetzt, überall findet sich Holz und der Farbauswähler hat auch genau meinen Geschmack getroffen.  


Tee gibt es im La Clairière an einer Schubladenstation. Jede dieser zahlreichen Schubladen beherrbergt einen  eigenen Tee und direkt neben dran steht ein formschöner, riesiger Wasserkocher, der sprudelndes, kochendes Wasser stets bereit hält. Zusätzlich kann man sich den Tee hier noch mit frischen Ingwerstücken und Zitrone würzen, was ich persönlich ausgesprochen prima finde.
 
 
Wir könnten -rein theoretisch- hier noch ewig sitzen bleiben. Einfach weil das Ambiente so nett ist und man hier automatisch einen Gang rausnimmt. 

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Off Season im La Clairière

Eigentlich war dieser Aufenthalt bereits für letzten Winter geplant, irgendwie sogar fast zur gleichen Zeit. Aber das hat damals wegen meines Fahrradunfalls nicht geklappt. Ich habe im letzten Jahr eher an Ärzte und Pflaster gedacht, als an Triathlon-Off-Season und Wellness. Obwohl wir im letzten Jahr durch den Unfall auch akut ausgebremst wurden.
 
So ist es auch heute hier. Ausgebremst. Erst fahren wir durch herrliche Winterlandschaften im Pfälzer Wald und als wir die Autobahn verlassen und uns durch kleine französische Bundesstrassen in Richtung des kleinen Örtchens La Petite Pierre machen, werden wir immer langsamer. Der Wald schluckt viele Geräusche und der Nebel tut sein übriges. Überall liegt hier im Elsaß noch etwas Schnee und die paar Autos, die uns hier begegnen sind ebenso langsam und vorsichtig unterwegs wie wir.
 
Alle Örtchen durch die wir hindurch fahren wirken wie ausgestorben. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es allerdings tatsächlich wirklich angenehmeres als auf der Gasse rumzustehen. Die Franzosen schildern ihre Ortschaften hervorragend aus und so finden wir das La Clairière bio+spa hotel auf Anhieb. Der beschilderte Stein direkt am Eingang kommt mir aus einem Bloggerbericht gleich bekannt vor und schon sind wir da.
 
 
Der Empfang ist herzlich und die Einweisung vorbildlich. Das habe ich in diesem Jahr schon anders erlebt, umso schöner ist es, wenn man freundlich und zuvorkommend empfangen wird. Wir bekommen alles erklärt und erhalten einen Gutschein für einen Willkommensdrink in der Bar. Erst mal gehen wir aber hoch ins Zimmer. Der Zeugwart holt netterweise die Tasche, während ich vom großen Balkon noch mal kurz den Blick über das Elsaß schweifen lasse, ehe die Dunkelheit den Wald vollständig verhüllt hat. Wir sind hier fernab jeder Großstadt und wenn es dunkel wird, dann ist es eben auch gleich ordentlich dunkel. Hier kann man die Sterne noch zählen.

Montag, 1. Dezember 2014

Noch nicht mal die Hälfte

Mittlerweile nehme ich ja seit Ende Oktober MarisPlus Omega-3 aus der kleinen Flasche, die bei uns in der Kühlschranktür haust. An die tägliche Dosis zu denken fällt mir dabei nicht schwer denn der frische Geschmack und ein Schluck Wasser zum runterspülen macht es mir leicht auch wirklich jeden Tag an die Einnahme zu denken. Nach wie vor nehme ich 5ml ein. Kürzlich war auch mein HS Omega-3 Index Testergebnis in der Post und -für mich nicht wirklich überraschend- hat gleich deutlich gemacht, dass die Einnahme von MarisPlus für mich eine wirklich gute Idee ist.

Im HS Omega-3 Index werden die individuellen EPA und DHA Werte im Blut ermittelt. Diese beiden Fettsäuren aus dem Meer werden von jedem Organismus unterschiedlich gut aufgenommen, weshalb der Bedarf natürlich auch dementsprechend recht unterschiedlich sein kann. Der Idealwert der im Blut vorhanden sein sollte, liegt bei mindestens 8. Unnötig zu erwähnen, dass mein Wert zum Testzeitpunkt noch nicht mal die Hälfte erreicht. 

Ich kann mir das relativ leicht erklären, denn die Hauptlieferanten von Omega-3 Fettsäuren sind Fisch und Meeresfrüchte und beides steht bei mir niemals auf dem Speiseplan. Woher also einen angemessenen Wert im Blut zaubern? Ich werde deshalb MarisPlus noch eine Weile weiter nehmen um mir erst mal einen Normalwert ins Blut zu packen. Im Anschluß kann man, wenn man auf seinem Speiseplan genauso wenig Fisch und Meeresfrüchte hat wie ich, selbstverständlich die tägliche Dosis reduzieren um nicht wieder in einen desaströsen Wert abzurutschen. 

Da ich mich, dank der Möglichkeit MarisPlus auszuprobieren, nun ein bisschen mit Omega-3 beschäftigt habe, muß ich sagen, es ist durchaus vernünftig den Wert im Blut in einem akzeptablen Bereich zu halten. Und mit akzeptabel meine ich, irgendwas im Sinne von ganz gut vorhanden. Omega-3 ist nicht nur gut für das Herzkreislauf-System sondern auch die Entwicklung und Funktion des Gehirns und der Augen. Alles drei körperliche Ausstattungsmerkmale um die ich sehr dankbar bin. Warum also nicht die Gelegenheit ergreifen, wenn sie einem geboten wird? Und dazu auch noch so einfach. 

Außer in Apotheken kann man MarisPlus auch noch hier bestellen. Man soll das Produkt zwar gekühlt aufbewahren, aber den Versand hält es dank der ordentlichen Verpackung aus. Bis zu drei Tage ohne Kühlung sind für MarisPlus machbar, ohne Schaden zu nehmen. Das sollte selbst eine langsame Versandmethode schaffen. 

Sonntag, 30. November 2014

Crosser in natürlicher Umgebung

Heute machen der Zeugwart und ich ein Abenteuer. Wir wollen uns ein Crossrennen ansehen und wissen, wo heute eines -mehr oder weniger- in der Nähe statt findet, also wollen wir hin. Mit den Fahrrädern. Bei 4°C. Das kann auch nur uns einfallen. 

Wir machen es uns aber leicht und fahren nur eine Strecke mit den Rädern. Die andere Strecke fahren wir mit dem Zug. Und zwar hin. Allerdings fahren wir erst mal zum Bahnhof, da ist schon mal eine gute halbe Stunde im Kasten. Der Zug bringt uns dann nach Wächtersbach, im Fahrradmitnahmeabteil. 


Ich glaube, ich habe die Innensohlen für meine Radschuhe vergessen. Irgendwie habe ich verdächtig viel Platz in den Schuhen. Ist jetzt aber nicht zu ändern. Hier im Zug ist es warm und trocken. 


Das Grossrennen findet in Biebergemünd statt und weil unser Zug bis Wächtersbach fährt, müssen wir erst mal zum Rennplatz hinfahren. Ich glaube mittlerweile wirklich, dass ich in meinen Schuhen keine Innensohle habe. 

Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter. Es ist zwar diesig und die Sonne kommt heute glaube ich, auch nicht raus, aber es ist trocken. Und eiskalt. Gut, dass ich mir eine neue Northwave Hose mit Windstopper gekauft habe. Die hat sogar Träger und so sind auch gerade die Nieren gut verpackt. Etwas zugig ist's allerdings am Hintern, weil dort kein Windstopper eingearbeitet ist. Wenn das mal nicht kalt wird später! 

Wirthheim und das Ziel unserer Tour können wir schon von weitem sehen. Etwas blöd ist, dass zwischen uns und dem Ziel noch ein Fluß und eine Autobahn verlaufen. Irgendwie müssen wir rüber. Also fahren wir erst mal am Ziel vorbei um dann, nachdem beide Hindernisse überwunden sind, wieder zurück zu fahren. 

Das Rennen läuft bereits, als wir ankommen. Bei Crossrennen gibt es verschiedene Startgruppen und anscheinend ist es so, dass die Athleten immer im Kreis über einen abgesteckten Parcour fahren, bis eine bestimmte Zeit abgelaufen ist. Jeder ist also gleichlang unterwegs, aber nicht gleichweit. Interessantes Wettkampfformat. 




Hier hat jeder unglaublich viel Radbeherrschung und Kondition wie ein Tier. Unfassbar, was die Herrschaften hier so mit ihren Fahrrädern machen. Ich bin sehr froh, dass ich bisher noch nie auf so eine Idee gekommen bin. Ich würde hier höchstwahrscheinlich die meiste Zeit im Weg rumliegen. Da muß ich einfach realistisch sein. Die Athleten fahren ganz oft mit kurzen Hosen und einige sogar auch mit kurzen Armen. Ich stehe hier mittlerweile in zwei Jacken und habe meinen dickeren Handschuhe angezogen, die es am Lake Tahoe in der "für die kalte Jahreszeit" Abteilung im Angebot gegeben hat. Trotzdem ist mir kalt und meine Elite-Radflasche hat auch längst aufgegeben mein Getränk warm zu halten. Meine Füße sind ohne Innensohle nicht nur leicht lädiert, weil die Schuhe damit irgendwie etwas unbequemer sind, sondern sie sind auch ziemlich kühl. Anscheinend hilft so eine Innensohle auch der Isolation? 

Wie wir hier so in der Kälte stehen, entdecken wir Martin, des Zeugwarts Radguide aus Teneriffa. Der ist auch zum Wettkampf angereist und wird seinem schönen Crosser heute mal zeigen, wie es auch gehen kann. Das ist ja toll. Ich freue mich immer Martin zu sehen, er ist so schön unkompliziert und herzlich. Nach seiner Aussage ist Sebastian, der auf Teneriffa auch ein Radguide war, ebenfalls hier und fährt mit ihm zusammen in der Jedermann Distanz. Wenn man Bekannte so unverhofft trifft, ist das noch mal extra schön. 

Der Zeugwart und ich beschliessen, dass wir uns zwei Runden der Beiden ansehen und dann in Richtung Heimat aufbrechen. Wir frieren sonst in Biebergemünd fest und weil ich morgen zur Arbeit muß, wäre das nicht wirklich gut. Das Feld zieht sich an unserer Beobachtungsstelle schnell auseinander, so dass ich beim Zusehen der Jedermänner unheimlich viel lerne. Blickführung ist wirklich das A und O beim Radfahren. Ich muß das unbedingt üben. Und wie ich so philosophiere, dass mir meine Füße weh tun, immer noch wegen der sicherlich fehlenden Innensohlen, und dass sie kalt sind, kommt Sebastian in Hörweite und schreit einer jungen Dame am Rand zu, dass alles Scheiße wäre, und zusätzlich auch noch sein Vorderrad platt. Er will aussteigen. Wir haben allerdings das gleiche Vorderradmodell und so schiebe ich mein Rad ein paar Schritte vor und sage sowas wie "nimm doch einfach meines". Und schwups, bin ich mein Vorderrad auch schon los und habe das kaputte am Rad. 

Jetzt ist es natürlich nichts mehr mit, wir fahren nach dieser Runde heim. Der Zug ist abgefahren bzw. die Felge ist weg. Wir bleiben nun also logischerweise bis zum Ende. Zum Reifen flicken ist es nämlich viel zu kalt. Wir versuchen es zwar, aber ohne Erfolg. Jetzt ist uns nur noch kälter als zuvor. Ich bin gespannt, ob meine Hände jemals wieder auftauen, oder ob ich einfach ein paar Finger verliere. 

Meine Felge fährt mit Sebastian über den Kurs, als hätte sie noch nie etwas anders gemacht. Sie kann über Baumstämme springen und sie kann sich kreuz und quer durch den Schlamm arbeiten. Wahnsinn, was die Felge aushält. Sehr spannend zu sehen, was Sebastian mit meinem Material machen kann. Obwohl mir saukalt ist, bin ich froh, dass wir noch auf die Zieleinfahrt der Herren gewartet haben. Martin hat noch ein paar Anfeuerungsrufe abbekommen und Sebastian hat meine Felge total eingesaut. Blitzschnell habe ich sie aber zurück, da merkt man eben, dass Übung den Meister macht und dass es einfach ist, wenn man weiß, wie es geht. 

Jetzt verdünnisieren wir uns aber und lassen den Crosszirkus zurück. Irgendwie müssen wir ja schließlich noch nach Hause fahren. Mit dem Zug zurück ist wenig effektiv. Wir werden aber irgendwie immer kälter, so dass wir nach einer Stunde Wegzeit beim Erstbesten Griechen einkehren, der noch 20Minuten auf hat. Der Zeugwart spürt seine Füße nicht mehr und ich bin sehr froh, dass ich hier einen Toilettengang einschieben kann und es einen warmen Tee gibt. Meine Hände finden es auch sehr verlockend das Teeglas festzuhalten. 


Als die Zeugwartschen Füße wieder spürbar sind und ich meine Hose wieder anhabe, fahren wir weiter. Wir kommen in bekannte Regionen, was einerseits ganz nett ist, andererseits aber auch Angst macht, weil wir so wissen, wie weit es noch ist. Und irgendwie, ist es immer noch ziemlich weit bis heim. 

Schön, dass wir irgendwann doch ankommen. Wer hätte das bloß noch für möglich gehalten? In einer warmen Badewanne mit Wärmemoorbadzusatz wärmen wir uns wieder auf und denken darüber nach, welche zusätzlichen Schichten uns wohl wärmer gehalten hätte? Es geht wirklich nichts über Rad fahren draußen. Hauptsache, man hat die richtigen Klamotten. Da geht probieren über studieren.