I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 9. Juni 2013

Challenge Kraichgau Regen und Rad / Teil 1

Der Wecker klingelt wie an einem Wochentag. Das ist seit einigen Jahren bei uns am Sonntag ein mehr als deutliches Zeichen. Es geht zu einem Wettkampf. Es ist dabei egal, ob wir als Teilnehmer, Helfer, Anfeuerer oder Kampfrichter vor Ort sind, früh ist es immer. Wenn wir, so wie heute, nur als Anfeuerer  an der Strecke stehen ist es eigentlich noch wichtiger früh aufzubrechen. Wir müssen uns schließlich mit den Gegebenheiten vertraut machen. Als guter Anfeuerer ist man zwar schon vor dem Eintreffen am Wettkampfort ausreichend belesen und vorbereitet, trotzdem sind die Gegebenheiten vor Ort und eine entsprechende Besichtigung durch nichts zu ersetzen. 

Heute fahren wir in den Kraichgau. Dort findet heute die Mitteldistanzpremiere der Teamchefin und unserer Bibi statt. Das lassen wir uns selbstverständlich nicht nehmen und sind also schon ehe die Athletinnen überhaupt aufstehen, auf den Beinen und unterwegs. Der Zeugwart erinnert mich noch an eine Regenjacke und schon geht's los. 

Auf der A5 in Richtung Süden beginnt es wie aus Eimern zu schütten und wir kommen mitten in ein großes Gewitter. Unglaublich, wie schön es gestern war und wie viel Regen heute vom Himmel kommen kann. Wir schleichen in Richtung Süden und kommen 30Minuten vor dem Profistart an. Geparkt wird ausgeschildert und wir sind begeistert, wie gut organisiert alles ist. Ich ziehe mich im Auto spontan um und weil meine eingepackte Regenjacke die vom Laufen ist, zaubert mir der Zeugwart spontan aus seinem Kofferraum noch ein Exemplar hervor. Dazu gibts auch gleich noch einen großen Schirm. Wenn ich den Zeugwart nicht hätte, wäre ich bereits jetzt komplett durchnäßt. 

Mit zwei riesigen Schirmen laufen wir in Richtung Laufstrecke, Messe und Ziel um erstens eine Toilette zu suchen und zweitens eine entsprechende Orientierung zu bekommen. Die Toilette ist auch gleich da. Schließlich ist hier wirklich alles prima organisiert. Die Messe ist noch geschlossen und überall stehen riesige Pfütze und ganze Sturzbäche ergießen sich von den durchhängenden Zelten. Gut, dass wir diese zwei riesigen Schirme haben und zusätzlich noch jeder eine Regenjacke trägt. Die Beine werden trotzdem nass, so trascht es vom Himmel. 

Wir erfahren, dass der Start auf 10h verschoben wurde. Die Challenge Organisatoren sprechen anscheinend gerade mit dem Wettergott und weil es da eben einfach länger dauert, wird der Start vorsichtshalber verschoben. Am Infopoint erfahren wir außerdem wo genau es an die Radstrecke geht und so pilgern wir dort langsam hin. Und während wir so den Pfützen ausweichen und unter unseren Großen Schirmen versuchen irgendwie trocken zu bleiben, begegnen uns lauter Athleten in ihren Neoprenanzügen auf ihren Fahrrädern. 
Denen war es wohl zu naß, zu kalt und zu gefährlich zu starten. Irgendwie kann ich sie verstehen. Es schüttet immer noch. 


Die Radstrecke verläuft über eine Bundesstrasse und so beschließen wir, dass wir versuchen wollen bei Km 8-9 dort Stellung zu beziehen. Die Bundesstrasse ist voll gesperrt und wir marschieren einfach mal über die Ausfahrt runter und stellen uns unter eine Brücke. Hier ziehe ich erst mal die nasse Regenjacke aus und hänge sie über die Leitplanke. Die Schirme können hier in aller Ruhe vor sich hintropfen und wir beobachten hier also trockenen Fusses den Liveticker im Internet und die Berichterstattung des Profiathleten und des Bären. Beide Herren sind nämlich am See als Unterstützung. 

Als das Rennen um 10h gestartet wird hat es aufgehört zu regnen. Es ist unglaublich was der Organisator für einen Draht zum Wettergott haben muß. Die Strasse ist zwar noch ordentlich nass, aber der Regen hat aufgehört und die Sonne droht mit Scheinen. Sollte sich meine meisterliche Sonnenschutzeinschmieraktion von heute früh tatsächlich doch gelohnt haben? Ich wage es kaum zu hoffen.
Und während wir unser Kurzzeitdomizil ein bischen unter die Lupe nehmen, entdeckt der Zeugwart, dass ich mich sonnenschutztechnisch gar nicht so hätte stressen müssen. Er entdeckt eine Tube Frankfurter Sonnencreme, die mit ziemlicher Sicherheit einem Startbeutel eines Frankfurter Wettkampfs entsprungen ist. Ich grinse. 

Maik Petzold ist der erste Athlet, der mit seinem Rad an uns vorbeischießt. Hinter ihm kommt lange nichts und irgendwann erkennen wir weitere Radfahrer. Unfassbar, was der Herr sich bei Km8 oder 9, wo auch immer wir hier halt stehen, für einen Vorsprung rausgeradelt hat. Ich bin baff. 
Das hilft aber nichts. Wir lärmen und rufen, denn mittlerweile füllt sich die Radstrecke ein bischen und wir haben mit Profis und Agegroupern wirklich gut zu tun. Die SMS, dass die Teamchefin das Wasser verlassen und ihr Rädchen gezückt hat, erfüllt meine Erwartungshaltung total. Die Teamchefin hat gedacht, sie ist mindestens 6Minuten langsamer, aber ganz offensichtlich hat sie sich getäuscht. Herrlich. Sie ist gut trainiert und fix unterwegs. Das merke ich auch, als sie an uns vorbei radelt. Mir fallen so schnell gar nicht alle guten Wünsche ein, die ich ihr eigentlich zurufen wollte... da ist sie schon weitergefahren.Bibi folgt ihr mit etwas Abstand, aber auch sie ist so flott an uns vorbeigeradelt, dass ich auch hier meine gesammelten guten Wünsche nicht loswerden kann. 

Wir lärmen noch ein bischen weiter und machen uns dann auf den Weg zur Messe. Mittlerweile ist es nämlich nach 11h und die Messe hat längst geöffnet. Und weil ich den Zeugwart dabei habe, ist der Messebesuch quasi Pflicht. Außerdem habe ich auch ein paar Sachen auf dem Zettel stehen, die heute besorgt werden sollen. Irgendwie färbt das Zeugwartsche Zusammenleben halt ab. Allerdings nicht, was die Regenjacke angeht. Komisch, ein partielles Abfärben also. Nun ja.

Wir marschieren also von der Bundesstraße über eine Ausfahrt wieder herunter, sammeln am Auto noch kurz meine gemalten Plakate ein, und spazieren zur Messe. Hier ist mittlerweile gut was los.

Ich kaufe mir ein paar Gummischnürsenkel, denn heute früh habe ich extra noch den Schnürsenkel meiner neuen Brookslaufschuhe rausgefriemelt, um die richtige Farbe zu treffen. Zufällig erwische ich auch den Stand mit dem günstigsten Preis für die Xtenex. Ich zahlt 10EUR. Einen Stand weiter wären es schon 11EUR gewesen. Glück gehabt. Und die Farbe paßt auch knallermäßig.
Dann probiere ich noch einen 2xU Triathloneinteiler an und wir stöbern ein bischen rum. So eine Messe bietet ja immer jede Menge Entdeckungspotential.

Als der Hunger kommt sind wir passend am Zuschauerverpflegungspunkt angekommen und können nicht anders als mal wieder über die Organisation zu staunen. Man kauft Bons und erhält dann sein Mittagessen gut ausgeschildert überreicht. Vorbildlich. Und lecker außerdem. Hier lohnt sich wirklich die kurze Anfeuerpause. 


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