I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 30. Juni 2013

Anzugverträglichkeit

Beim Triathlon fährt man erst Rad und dann wird gelaufen. So ist es normal und wenn man das im Training macht, nennt man es koppeln. Soviel zur Theorie. Ich koppel manchmal, aber ich finde es unheimlich anstrengend, so dass ich das Koppeln so gut es geht meide. Koppeln ist was für Wettkämpfe. Ich mache so selten Wettkämpfe, dass klar ist, warum mir solche Einheiten jedes Mal total schwer fallen. Der Trainer schreibt heute ein Kombitraining auf den Plan bei dem zuerst gelaufen und danach aufs Rad gestiegen wird. Komische Reihenfolge, ich weiß nicht, ob das dann auch noch koppeln heißt. 

Ich frühstücke eine Stunde bevor ich loslaufen möchte. Alles ist heute genau getacktet, weil wir uns zum Rad fahren verabredet haben und deshalb natürlich alles andere davor abhaken müssen. Heute führe ich den arena Triathlonanzug aus. Ein verwirrtes Koppeltraining dürfte genau das Richtige sein um den Anzug auf seine Claudi-Verträglichkeit zu prüfen. Über meine Knie ziehe ich meine Beinlinge. Es sind noch frische 10°C und die Sonne hat sich auch noch nicht wirklich dazu durchgerungen sich meinen neuen Anzug anzusehen. 

Ein bischen mehr Elastizität würde dem Modell wirklich nicht schaden. Das Anziehen ist ziemlich mühsam. Gerade über die Schultern ist es ein arges verdrehen und reinzwängen. Angezogen sitzt der Anzug gut, nichts schneidet ein, er hat die richtige Länge, perfekt. Wir laufen los. Der Zeugwart läuft in eine andere Richtung als ich. Ich bin eh langsamer als er und zusätzlich, dank der Prellung, auch zum sehr langsamen laufen verdonnert. Ich schleiche also durch die Gegend und dann hat mein Magen doch tatsächlich Mitleid mit den Buschtieren und serviert ihnen mein Frühstück. Irgendwas stimmt wirklich nicht mit der Nahrungsverträglichkeit vor dem Sport bei mir. Als ich dann wieder daheim bin muß ich auch sofort das Bad blockieren. Ich bin froh, dass der Zeugwart noch auf der Strecke ist. Raus komme ich aus dem arena - Anzug ziemlich flott. Liegt vielleicht auch am Ernst der Lage? 
Das Stöffchen dann wieder anzubekommen, wo die Haut vom laufen feucht geschwitzt ist, ist schon eher ein Abenteuer. Aber es klappt. Ich pumpe die Räder auf und mache die Trinkflaschen zurecht. 

Als der Zeugwart zurück von seinem Lauf ist und die Radfahrklamotten angelegt hat fahren wir los.  Der Zeugwart begutachtet meinen Anzug auf dem Rad und stellt fest, der ist durchsichtig. Was ist das denn? Am Hintern ist der Anzug zwar schwarz, aber das Material wird in der Aeroposition offensichtlich so stark gedehnt, dass es durchsichtig wird. Wenn ich aufrecht sitze, sagt er, ist es nicht so schlimm, aber wenn ich mich nach vorne beuge ist es eben durchsichtig. Na prima. Wer entwickelt denn sowas? Warum prüfen die Hersteller nicht gerade solche Themen ehe ein Anzug auf den Markt kommt? Mir ist das bei diversen Wettkämpfen jetzt schon mehrfach aufgefallen. Es ist anscheinend eine große Kunst einen undurchsichtigen Anzug zu produzieren. 

Wir sind fast pünktlich am Treffpunkt. Und ich führe den Vereinsmädels den Anzug vor. Sie sind begeistert vom Design und freuen sich über meinen Gewinn. Als ich ihnen die Aeroposition vorführe scheinen sie aber ganz glücklich zu sein, dass sie den Anzug nicht gewonnen haben. Auch die Damen stellen fest, dass der Anzug hinten durchsichtig wird. 

Wir starten die Ironmanrunde in Bergen-Enkheim und schon am ersten Anstieg lassen mich alle stehen. Ich nehme die Prellung als Ausrede, weil ich einfach jede Bodenwelle merke und Berg auf fahren ist einfach unangenehm. Allerdings muß ich zugeben, dass ich auch, wenn ich gesund wäre, nicht annähernd an die Kraft und Kondition der Mädels dran käme. Da muß ich wirklich realistisch sein. Das ist auch ok, immerhin starten die Mädels in einer Woche beim Ironman und ich sitze nur auf dem Motorrad rum. Es ist nicht so entscheidend, für meine Aufgaben beim Ironman eine gute Kondition zu haben. 

Als wir in Maintal runter fahren beschließe ich, abzubrechen und mich zu meiner Schmerztablette auf die Couch zu begeben. Die Vereinsmädels und der Zeugwart fahren die Tour weiter, ich drehe um und fahre den Berg weiter runter. 

Als ich daheim ankomme lege ich mich auf die richtige Seite auf die Couch und warte auf die Wirkung des Medikaments. Das Moutainbiken war -trotz oder gerade wegen der energiefressenden Vollfederung- etwas angenehmer für die Prellung. 

Und der Anzug? Den teste ich demnächst noch mal beim schwimmen... und werde ihn sicherlich erneut zum Laufen tragen. Aber ob ich mir und den anderen Teilnehmern im Straßenverkehr noch mal eine Radausfahrt im Anzug antun werde, das muß ich mir noch überlegen. 

Samstag, 29. Juni 2013

Klickpedalsehnsucht

Unser Trainer scheint sich den Wetterbericht nicht wirklich durchzulesen. Oder es ist ihm egal, was für Wetter ist, weil ja nicht er, sondern ich den Sport machen soll, wie er auf dem Plan steht. 

Als wir heute morgen aufstehen regnet es. Das Thermometer zeigt 14°C. Ist ja prima Sommerwetter, da hat man wirklich richtig Lust aufzustehen. Ich bleibe daher einfach noch ein bischen liegen. 
Und als liegen nicht mehr geht, stehe ich doch auf und irgendwann beschließen der Zeugwart und ich dann, dass Rennradfahren heute keine Option ist. Es regnet noch immer. Wir fahren heute Mountainbike. Das hat wenigstens Schutzbleche. Die Trainingseinheit ausfallen zu lassen ist auch blöd. Wir könnten als Alternative noch laufen gehen... aber es steht nun mal Rad fahren auf dem Plan. 

Der Zeugwart trägt mein Mountainbike netterweise aus dem Keller hoch und nachdem wir es aufgepumpt haben, geht's auch schon los. Wir fahren am Main entlang. Ich habe das Gefühl, als kommen wir gar nicht voran. Also mein Mountainbike und ich. Beim Zeugwart sieht's ganz locker aus. 

Beim Mountainbike habe ich keine Klickpedale. Vor 3 Jahren hab ich noch nicht mal gewußt, was Klickpedale sind... und heute vermisse ich sie. So kann es manchmal gehen. Die große Leere hält an und ich kurble was das Zeug hält. Mein Moutainbike ist voll gefedert und das frißt Energie ohne Ende. Zusätzlich nehme ich heute jede Bodenwelle, jeden Steins und jedes Hölzchen mit. Da bin ich wirklich außerordentlich zielsicher. Allerdings ist das ziemlich angenehm für meinen Rücken... vollgefedert gibt's wirklich kaum Erschütterungen auf meine Prellung. Sehr gut. 

Wir kommen in der Hälfte der vorgegebenen Zeit, die heute auf dem Trainingsplan steht, bis nach Griesheim. Auf dem Weg dort hin sehe ich lauter Sachen, die ich bisher noch nie wahr genommen habe. Da steht am Main doch glatt eine neue Säule. Das Schild was dran steht ist sehr klein geschrieben... ich kann nur "Die Säule" lesen, dann bin ich vorbei. Das hätte ich mir gerade noch denken können. Der Ausblick auf die Frankfurter Skyline ist immer wieder beeindruckend und trotz des blöden Juniwetters sind jede Menge Leute unterwegs.  

In Griesheim bekomme ich vom Zeugwart einen Riegel, der mir überhaupt nicht schmeckt und den er dann netterweise auf ißt, und dann drehen wir um und fahren eine leichte Wegveränderung zurück. 

Die Tour endet zielgenau nach der vorgebenen Zeit. Jetzt wäre es super einen Tacho am Moutainbike zu haben... und natürlich Klickpedale. Daran muß ich unbedingt arbeiten! 

Freitag, 28. Juni 2013

Sie haben Post: Arena Triathlonanzug.

Als ich gestern von der Swimnight heim gekommen bin, lag da eine Postbenachrichtigungskarte im Briefkasten, die ihresgleichen sucht. Und weil sie mich benachrichtigen sollte und dabei einen herausragenden Job gemacht hat, bin ich heute früh gleich mal zur Poststelle gefahren. Und was soll ich sagen, das Paket war ebenso herrlich adressiert, wie die Benachrichtigung. Historisch quasi.

Im Paket, dass ich selbstverständlich gleich öffne, befindet sich mein neuer arena Triathlon Anzug. Großes Paket außen, kleine Packung innen.


Nach der ausgiebigen Telefonberatung vom Montag habe ich den Anzug in Größe L im Paket. Da muß ich ja ganz klar sagen, Skinfit ist mir spontan eine Idee sympathischer. Immerhin trage ich da Größe S. Aber gut. Eigentlich ist ja egal was drin steht, die Hauptsache ist, es paßt. Darauf kommt es an. Interessant sind diese vermeindlichen Größenunterschiede allerdings trotzdem. Was denken sich die Hersteller dabei, dass offensichtlich jeder hier seine eigene Suppe kocht? Skinfit dürfte für Damen auf jeden Fall was das angeht etwas attraktiver wirken.

In der kleinen Box ist er drin. Der neue Triathlon Anzug von arena. Das Material nennt sich Powerskin ST , ein Stöffchen, aus dem arena auch ihre Schwimmanzüge fertigt. Aalglatt mit Kompression, so ist's auf der verlinkten Seite zu lesen. Mein neuer Triathlonanzug ist schwarz mit giftgrün. Ob der giftgrüne Einsatz an den Seiten undurchsichtig bleibt, gilt es noch herauszufinden. Derzeit bin ich leicht skeptisch. Das Grün sieht allerdings schnell aus. Das Material wirkt auf den ersten Blick und beim ersten Anfühlen nicht wirklich sehr flexibel. Der Stoff ist nicht so weich, wie ein Triathlonoberteil oder ein Laufshirt. Aber hier geht's ja auch nicht um kuscheln.
Das Sitzpolster ist dünn, perforiert und -passend zum Gesamtbild- quietschgrün. Obwohl das nie jemand sieht, finde ich es gelungen. Der Reißverschluß ist nicht besonders lang. Ich bin gespannt, wie ich in den L-Anzug rein komme. Immerhin muß er ja über meinen Po.

Ein erster Schnelltest im anprobieren zeigt, dass der Anzug zwar nicht endlos flexibel ist, wie der von Skinfit, den ich hier leidigerweise immer als Vergleichsobjekt heranziehe, aber trotzdem ziemlich leicht anzuziehen ist. Ich bekomme ihn außerordentlich gut über die Oberschenkel, da sitzt er nicht allzu stramm aber trotzdem rutschfrei, und dann auch über meinen Hintern. Und das, obwohl ich hier wirklich größte Bedenken hatte, wegen des nicht so tief aufgehenden Reißverschlusses. Aber alles paßt untenrum.

Meine Arme muß ich zugegebenermaßen etwas verbiegen um den Anzug weiter anzuziehen. Dafür ist das Stöffchen dann doch zu unflexibel. Aber ich kann mich ja bekannterweise verbiegen wie eine Brezel und so schaffe ich es perfekt in den Anzug rein und später natürlich auch alleine wieder aus.

Da es sich gerade um eine Schnellanprobe handelt und ich deshalb jegliche Unterwäsche nicht abgelegt habe, sehe ich spontan durch die grünen seitlichen Einsätze durch. Da bin ich ja wirklich mal gespannt, wie das beim Sport treiben dann so ist. Im Freien stehen möchte ja keiner. Außerdem wollen das auch die wenigsten Menschen sehen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich hier ein Damenmodell geschickt bekommen habe und ob es überhaupt Damen- und Herrenmodelle gibt. Für Damen finde ich es auf jeden Fall netter, wenn entweder ein Oberteil dabei ist oder die Seiten oben so farbig sind, dass der Sport-BH untendrunter nicht aussieht wie geschenkt bekommen. Einen farbig passenden zu suchen und womöglich auch zu finden, halte ich für eine unlösbare Aufgabe, die viel zu viel Trainingszeit vergeuden würde.

Morgen will der Anzug mit mir zusammen Sport treiben. Der Trainer hat Rad fahren auf den Plan geschrieben, auf dem Schildchen vom Anzug ist ein kleines Rädchen abgebildet, das scheint ja quasi Hand in Hand zu funktionieren. Ich bin gespannt wie wir uns zusammen auf dem Gonzo machen.

Blogparade: Lieblingsessen

Heiko hat zu einer Blogparade aufgerufen. Ich hatte bis dato keine Ahnung was eine Blogparade überhaupt ist. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob er sich das ausgedacht hat, oder ob es sowas vielleicht regelmäßig gibt. 

Vom Prinzip her ist das aber egal. 

In dieser Blogparade geht es um Lieblingsgerichte. Und weil Heiko so schön vom stets hungernden Läufer schreibt, der unheimlich gerne ißt, habe ich mich natürlich sofort wiedergefunden. Essen geht immer, soviel ist sicher. 

Mein Lieblingsrezept ist aus unserem Hochzeitskochbuch und aus dem Kochbuch für Triathleten. 


Schweizer Älplermakronen 

Zutaten
200g Nudeln
4 mittelgroße Kartoffeln
200g Hartkäse zum reiben
200ml Sahne (ich nehme Rama Cremefine zum kochen)
4 Zwiebeln
Pfeffer, Salz, Muskat

So wird's gemacht
Zwiebeln in Ringe schneiden und bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden und in einen großen Topf mit viel Salzwasser kochen. Nach 5 Minuten die Nudeln dazugeben und gemeinsam kochen, bis die Nudeln "al dente" sind. Dann abgießen und in eine Auflaufform geben. Die Sahne darüber gießen, alles würzen und den Käse reiben und darüber streuen. Dann im Ofen leicht überbacken. Zum Schluß noch die Zwiebeln oben drauf, kurz noch mal in den Ofen und dann servieren. 

Dazu ißt man Apfelmus. Klingt komisch, schmeckt aber herausragend dazu. 


Donnerstag, 27. Juni 2013

Begleitschwimmschutz bei der Swimnight

Der Sommer 2013 gibt heute mal wieder alles, was geht und so fahre ich im Triathlon Einteiler mit Fleece-Jacke und Jogginghose drüber bei 13°C nach Langen. Auf dem Weg dort hin sammle ich noch den Flitzer am Bahnhof ein. Der braucht heute eine Mitfahrgelegenheit, weil er nicht mit dem Rädchen unterwegs ist. Wahrscheinlich muß sich sein Rädchen jetzt für den Ironmanwettkampf schonen? Keine Ahnung. Ich fahre aber sowieso am Bahnhof vorbei und kann ihn deshalb prima einladen. 

Zwischenzeitlich vermeldet die Teamchefin, dass der Himmel bedenklich schwarz aussieht und ich kommentiere ihre Bemerkung mit einem simplen "Ach Quatsch", weil ich finde, dass es im letzten Jahr bei den Swimnights schon genug geregnet hat und ich außerdem jetzt Sommer will. Und dazu gehört gerne nachts mal ein Schauer, aber eben nicht am frühen Abend. 

Am Langener Waldsee angekommen beginnt es auch schon zu regnen. Na super. Mein "Quatsch" war also vollkommen sinnlos und hat den Wettergott zu rein gar nichts angestiftet. Vollkommen überflüssig zu erwähnen, dass es bei 13°C in so einem Regen recht frisch wird. Ich schlüpfe also gekonnt flott in meinen Neoprenanzug und stelle fest, dass Bruce und ich doch tatsächlich das gleiche Anzugmodell tragen. Daraus könnte man nun mehrere Schlussfolgerungen ziehen. Die wichtigste für mich ist, kann mein Neoprenanzug Ironman... und Bruce teilt mit, dass er kann. Damit ist das Wesentliche geklärt. Schön. Theoretisch könnte ich den Anzug nun auch wieder ausziehen und Pizza essen fahren. 

Aber weder die Teamchefin, noch der Zeugwart reagieren auf meine eindeutigen Anspielungen und so mache ich Bruce seinen Anzug zu und er spaziert zum Wasser. Der Flitzer folgt ihm. 
Da gehen sie, die beiden Ironmanstarter von diesem Jahr. Die Vereinsmädels sind heute nicht am Start... sie schwimmen woanders. Bei dem Regen kann ich die zwei nun auch irgendwie verstehen. 

Wir geben unsere Schlüssel ab und pilgern dann irgendwann auch hinunter zum See. Der Flitzer ist bereits in der Masse verschwunden und für mich nicht mehr zu erkennen. Auf einmal ist auch der Zeugwart weg und die Teamchefin kann mich noch gerade so zurückhalten einen vollkommen fremden Herren zu kitzeln. Ohne Brille kann es leicht kritisch werden. 

Dann gibt es noch ein paar warme Worte. Wir erfahren, dass ich die Sketchers Turnschuhe heute nicht gewonnen habe und dann geht's auch schon los. 

Mir ist es etwas mulmig. Irgendwie habe ich Bedenken. Es sind einige Menschen im Wasser und ich bin vollkommen damit beschäftigt rechts und links zu schauen und zu atmen. Das Training der Teamchefin hat sich sowas von ausgezahlt, dass ich baff bin. Im letzten Jahr schwimme ich so wie jetzt und kann locker neben ihr bleiben. Heute schwimme ich noch immer wie im letzten Jahr und sie ist nach wenigen Zügen weit vor mir. Das kann auch deprimieren. 

Heute tut es das aber -noch- nicht. Ich bin einfach nur begeistert, wie locker sie schwimmt und mich theoretisch einfach stehen lassen könnte. Aber ich habe heute ja mit Begleitschwimmschutz gebucht und so schwimmt sie nicht weg. Sie bleibt an meiner Seite, beobachtet die Schwimmer rund um uns rum ebenfalls und hat ein sehr waches Auge. 

Als wir nach 800m wieder an Land sind möchte ich nicht noch mal schwimmen. Das Wasser ist frisch, die Luft ist kalt und mein Rücken findet die Anspannung nicht so schön. Ich bin heute einfach nicht so locker wie sonst. Ich denke das ist hauptsächlich die Kälte und ein bischen die Bedenken, dass ich wieder was abbekommen könnte. Eine unschöne Kombination also. Aber derzeit ist es eben einfach so und nicht zu ändern. 

Während wir bereits vollkommen angekleidet auf den Flitzer warten, der heute 100 Runden schwimmt, einfach weil er's kann und der Ironman für dieses und auch für nächstes Jahr schon locker gebucht ist, suchen wir uns schon mal das Abendessen aus. Wie in den letzten Jahren zieht es uns auch heute in die Tevere nach Offenbach. Die leckerste Nach-Swimnight Pizza im Rhein-Main-Gebiet gibt es dort, soviel ist sicher. Wir bestellen telefonisch und als wir dann ankommen, steht meine Nr. 6 schon praktisch bereit. Essen ohne warten. Ein toller Service. 

Unnötig zu erwähnen, dass Bruce, schon als wir aus dem Wasser kommen, längst über alle Berge ist. Er muß wahrscheinlich irgendeinen Bösen jagen, oder genug Schlaf sammeln für seinen längsten Tag des Jahres. 

Bereit für Tough Mudder?

Fisherman's Friends sind mir immer irgendwie zu scharf. Deshalb bin ich wahrscheinlich auch noch nie darauf gekommen, beim Abenteuerlauf Strongmanrun mitzumachen. Ich bin ja eh nicht so der Wettkämpfer und dann auch noch mit vielen hundert Athleten um die Wette durch Schlamm kriechen oder Hindernisse hoch klettern, stelle ich mir nicht ganz so angenehm vor. Die Zielsetzung beim Strongmanrun ist klar, wer absolviert die Strecke am schnellsten. Ein typischer Wettkampf eben. Die Vereinsmädels haben sich ja am Strongmanrun im letzten, oder war es schon im vorletzten, Jahr versucht. Die zwei sind eben abenteuerlustige Wettkämpferinnen. Sonst würden sie schließlich auch nicht nächste Woche beim Ironman starten.

Aktuell habe ich über einen neuen Abenteuerlauf gelesen, den ich gleich sympathisch fand: Tough Mudder. Wer bloß auf den Namen gekommen ist? Tough Mudder ist ein Lauf der über 16-18km mit vielen verschiedenen Hindernissen geht. Das besondere daran ist, dass es keine Zeitnahme gibt. Es geht nicht darum, wer der oder die Schnellste über die 16-18km lange Distanz ist, sondern, dass man gemeinsam diese Strecke samt aller Hindernissen überwindet. Es geht um Willensstärke, Ausdauer (bei 16km irgendwie logisch) und Teamgeist.  Der Lauf ist dafür gemacht, dass es alleine nicht geht. Nur zusammen ist man stark und kommt ins Ziel.

Ich habe mir das Video angesehen und muß sagen, sowas gefällt mir total. Gemeinschaftssinn, für andere da sein, darauf achten, dass andere weiter kommen. Dieses Soziale ist genau meins. Bestzeiten und Einzelkämpfer sind hier offensichtlich fehl am Platz. Eine tolle Idee und das in unserer heutigen Leistungsgesellschaft. Der Veranstalter schreibt für mich vollkommen nachvollziehbar: "Wer sich der Herausforderung bei Tough Mudder® stellt, hat nicht nur viel Spaß, sondern auch ein völlig neues Erfolgsgefühl. Außerdem spürt man im Kreis der anderen Teilnehmer einen Teamspirit, den es so heute leider viel zu selten noch gibt." Und das glaube ich sofort.
Ich nehme selbstverständlich selbst nicht teil. Meine Prellung soll zwar leicht bewegt werden, aber ob ein Bad im Eis oder die Übersteigung eines Hindernisses das sich "Everest" nennt dazuzählen, wage ich zu bezweifeln. Von leichter Bewegung kann hier sicherlich keine Rede sein. Ganz offensichtlich geht man auch oder gerade bei Tough Mudder an seine Grenzen.

Trotzdem finde ich toll, was hinter der Idee von Tough Mudder steckt. Außer natürlich, dass der Erfinder Marathon und Triathlon zu langweilig fand. Aber gut, das liegt eben immer im Auge des Betrachters. Der hätte vielleicht einfach mal meinen Wettkampf vom letzten Sonntag machen sollen?

Tough Mudder findet am 13. und 14. Juli in Fursten Forest, Pommernstrasse 12, 49584 Fürstenau statt. Für die Gesunden unter uns.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Na dann mal: Gute Besserung.

Nachdem ich es nun tagelang dämlich und schmerzhaft fand mich nicht anzulehnen und keine Besserung in Sicht war, bin ich heute zum Arzt gedackelt. Trotz Termin habe ich äußerst geduldig formvollendete Ausdauer bewiesen und bin zusammengekrümmt, weil Anlehnen ja zu den schmerzenden Tätigkeiten gehört, erst mal im Wartezimmer eingeschlafen. Als der Arzt mich dann netterweise doch irgendwann reingeholt hat und ich ihm schlaftrunken meine Geschichte vom Wettkampf erzählt habe, durfte ich mich gleich mal ausziehen und den Rücken präsentieren. 

Ob man denn etwas sehen würde? Tja... ich nicht wirklich. Meine Augen sind schließlich vorne und den Tritt gab es ja in den Rücken. Außerdem hat der Zeugwart auch geschaut und nichts gesehen. Also nein: Man sieht nichts. 

Aber der Arzt sieht's doch. Sagt er zumindest. 

Außerdem fühlt er den Unterschied zwischen links und rechts und damit den Bluterguss und die erhebliche Schwellung. Das ist mir natürlich nicht ganz so recht, denn die Berührung tut ziemlich weh. Als er fertig ist und seine Diagnose fest steht, darf ich mich wieder anziehen. Und wie wir uns dann beide wieder angezogen gegenüber sitzen, sagt der Arzt, dass mir die Blessur noch Wochen oder vielleicht auch Monate Freude machen wird. Die Prellung ist 3x5cm groß und innenliegend. Ich soll meiner Niere gratulieren, dass alles ganz offensichtlich ok mit ihr ist, bis auf diesen Bluterguss. So sieht's bisher zumindest aus. Es hätte auch anders kommen können. 

Also nehme ich nun ein abschwellendes und zusätzlich ein schmerzstillendes Medikament. Außerdem mache ich leicht Sport und zwar ausgiebig. Die Region soll nämlich in Bewegung bleiben. Allerdings ohne weitere Schläge einzukassieren. Natürlich. Beim nächsten Mal schlage ich auch zurück. Soviel ist sicher. 

Der Trainer hat für heute lockere 45Minuten auf meinen Plan geschrieben. Ich versuche es also heute einfach mal mit laufen. Mal sehen, wie die Prellung das verkraftet. Ich ziehe mich also an und schleiche an den Main. Dem Trainer wird's höchstwahrscheinlich gefallen, weil ich schön langsam unterwegs bin. 

Na dann mal: Gute Besserung. 

Dienstag, 25. Juni 2013

Ich bin so breit.

Mein Rücken schmerzt noch immer. Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung, wie so oft. Ich kann nicht gut sitzen, habe aber festgestellt, dass leichte Bewegung gut tut. Mein Mittagspausenprogramm heute war sehr angenehm. 

Ich habe also fest vor schwimmen gehen. Der Trainer hat auch leichtes rumschwimmen auf den Plan geschrieben. Es paßt also alles irgendwie. Heute kommt außerdem Svenja mit zum Training. Wir sind Gott sei Dank 5 schwimmwillige, so dass sich ihre Konzentration heute gut verteilen kann und für mich nur ein kleiner Teil übrig bleiben wird. Wenn man zu wenig schwimmwillige am Start hat kann so eine Beobachtungsreihe durch eine Schwimmtrainerin schnell zu einer sehr kräftezehrenden Angelegenheit werden.
Die Ansage lautet, dass sich erst mal einzuschwimmen ist. Dann macht Svenja ein paar Videoaufnahmen von uns. Eine Bestandsaufnahme sozusagen.

Mein Bestand ist sicherlich umfangreich. Ich muß mich ja nur umschauen. Gut, dass man im lauten Becken mein Gesinge nicht hört. Ich bemühe mich zwar nicht zu singen, aber Blurred Lines muß es dann doch irgendwie sein. Svenja sagt, ich lasse meinen Arm weiterhin rumhängen und soll breiter werden. Noch breiter? Sie muß ja keine Klamotten einkaufen gehen für meine Breite. Da macht sie es sich aber auch ganz schön einfach. Blurred Lines klingt gleich, egal ob ich breit mache oder nicht. Und ich könnte mir nun auch einreden, dass der hängende Arm einfach cool rüberkommen will, wenn ich singe. Tut er aber nicht. Also ist das Einreden auch sinnlos.

Die Vereinsmädels bekommen sich ebenfalls zu sehen und auch der Zeugwart kriegt gesagt, dass er ruhig auch breiter sein könnte. Er wird wohl übergriffig mit der einen Hand. Das geht natürlich nicht. Beim schwimmen ist der Tanzbereich der Hände und Arme genau geregelt. Also, außer bei mir natürlich. Mein Arm macht was er will und tanzt heute zu Blurred Lines unter Wasser was das Zeug hält. Warum das so ist, kann ich allerdings nicht sagen. Ich nehme aber an, der Arm ist einfach unheimlich musikalisch, ganz im Gegensatz zum Rest meines Körpers.

Wir machen Übungen, schwimmen einträchtig hintereinander her, kraulen mit Fäusten oder mit gespreizten Fingern. Und das alles nur, damit ich mir später wieder anhören darf, dass es einfach noch breiter geht. Ich soll so breit schwimmen wie möglich und dann so schmal wie es nur eben geht. Angeblich differeriert das bei mir nicht so ungemein voneinander? Ach was sind Gefühle manchmal trügerisch. Ich schwimme breit und habe das Gefühl, ich brauche die ganze Bahn. Und dann schwimmt der Zeugwart an mir vorbei.

Ja, noch auf meiner Bahn und in meiner Höhe. Na da kann ja zumindest einer von uns mal überhaupt gar nicht breit geschwommen sein. Soviel ist sicher.

Wir haben heute wirklich jede Menge Spaß beim Schwimmen. So eine geführte Schwimmstunde ist einfach noch mal ein Unterschied zum ausgedruckten und spritzwassergeschützten Plan. Außerdem denke ich sonst auch immer, dass ich ja eh alles super toll mache und werde dann ja, wie gesehen, im Wettkampf eines besseren belehrt. Und wenn einem dann mal jemand sagt oder im Video zeigt, wo der Arm so rumhängt und warum es sinnvoll sein kann mal eine Technikübung zu machen, sieht die Welt oft auch wieder ganz anders aus.

Ich zum Beispiel weiß nun, dass meine Welt einfach viel viel breiter sein sollte. Und außerdem weiß ich, dass ich Fingerpaddles blöd finde und Svenja ganz offensichtlich wesentlich größere Hände als ich hat. Ihre Fingerpaddles sind nämlich fast so groß wie meine normalen Paddles. Und die sind ja für die ganze Hand.

Als wir mit Schwimmen fertig sind sitzen wir noch ein bischen zusammen. Da merkt man, dass wir in diesem Monat keinen Stammtisch haben. Schon wird das Nachtrainingsgequassel wieder notwendig. Aber der Monat Juni setzt einfach andere Prioritäten. Unsere Ironmananwärter sind nun bald am Ziel und deshalb müssen wir noch 1,5 Wochen Geduld haben. Dann aber wird sicherlich nur noch mit Finishermedaillie rumgelaufen. Das ist wohl klar.

Montag, 24. Juni 2013

Hier spricht Arena


Nachdem ich letzte Nacht gefühlte 60mal wach wurde, weil mein Rücken ordentlich weh tat, stehe ich heute morgen total gerädert auf. Die Nacht im Homestayhaushalt endet früh, denn heute ist ein ganz normaler Montag und die Kinder gehen in die Schule und in den Kindergarten. Ich übernehme den Gang zur Schule und begleite mein Patenkind. Der Zeugwart spaziert mit dem jüngsten Anfeuerer zusammen in den Kindergarten.

Nach einem leckeren Frühstück packen wir dann das Auto. Wir nehmen einen Zwischenstopp im Outlet in die Heimfahrtsplanung mit auf und greifen dort ordentlich zu. Manche Dinge kann man ja immer gebrauchen.
Und während wir so durch das Outletcenter spazieren und der Zeugwart schon mal ins nächste Geschäft vorstößt, klingelt mein Telefon.

Arena ist dran.

Ich hätte mich als Tester für ihren Triathlonanzug beworben, in der aktuellen Tri-Time und wäre ausgewählt worden. Ach was. Das ist ja toll. Und jetzt ruft der Herr natürlich an, um mir den Anzug in der richtigen Größe zu schicken. Ich teile dem Arena-Herren sofort alle gewünschten Daten mit. Dann kündigt er an, mir den Anzug zuzusenden und dass ich ihn gegen Ende der Woche in der Post haben dürfte. Na, da bin ich aber mal gespannt. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Steinbeck Triathlon Festival


Trotz Homestay bei meinem Patenkind und seiner Familie und Wettkampfnähe klingelt der Wecker heute früh. Die Anfahrt nach Steinbeck  zum dortigen Triathlon Festival haben wir zwar auf 20Minuten gekürzt, trotzdem müssen wir uns ja anziehen und etwas frühstücken. Ohne geht es schließlich nicht.

Mein Wettkampfoutfit sitzt und auch der Zeugwart ist zufrieden. Wir waren eigentlich auf Sommer eingestellt, aber wir bekommen nur 15°C und bewölkten Himmel geliefert. Sehr schade. Für Ende Juni könnte sich ein Veranstalter wirklich etwas schönere Wetterbedingungen wünschen.

Als der Zeugwart und ich in Steinbeck ankommen folgen wir einfach den großen gelben „Triathlon“ Schildern. Die sind kaum zu übersehen. Dieser Wettkampf ist scheinbar vorbildlich organisiert, der Veranstalter blickt ja auch auf eine jahrelange Erfahrung zurück.  Wir werden das heute noch öfter feststellen.
Das gelbe Schild weist uns den Weg auf eine Weide, auf der wir unser Auto parken dürfen. Hier weist uns der THW entsprechend ein. Schon die Kleinsten sind als Helfer dabei.

Wir bauen die Räder zusammen, nehmen die BMW Taschen auf den Rücken und marschieren zur Wechselzone. Mitten aus dem Nichts fragt mich der Zeugwart ob ich eigentlich meinen Startpass dabei hätte. Nein, der liegt natürlich im Homestayhaushalt. Warm und trocken, nicht dass was drankommt. Oh je. Da bin ich mal gespannt, wie ich meine Startunterlagen bekomme. Meinen Personalausweis habe ich schließlich auch nicht dabei... warum auch. Ist ja Triathlon und kein Discobesuch. Na ja, die, die es eigentlich am Besten wissen müßte. Aber gut. Ich bin eben einfach kein Wettkämpfer. So ist es leider.

Der Zeugwart ist bestens vorbereitet. Er hat seinen Startpass und seinen Personalausweis dabei. Vorbildlich. An der Startunterlagenausgabe schnappt sich der Zeugwart mein kleines Gonzorad und schickt mich vor. Mal sehen, ob ich meine Startunterlagen überhaupt bekomme. Ich sage meinen Namen und bekomme erst des Zeugwarts Startunterlagen ausgehändigt. Außerdem bekomme ich auch seinen Leihchip. Und als die Dame nach seinem Startpaß fragt, wird der Zeugwart mit den beiden Rädern in der Hand ziemlich geschäftig. In der Gunst der Stunde gibt mir die Dame meine Unterlagen, fragt mich „Startpaß?“ Ich antworte mit „Ja.“ und sie wünscht mir viel Spaß. Tja, so einfach kann das Leben manchmal sein. Alles kein Ding.

Wir montieren die Startnummer am Startnummernband, setzen den Helm auf und schieben dann die Räder in Richtung Wechselzone. Wenn man selbst Kampfrichter ist, schaut man sich ja immer wieder gerne bei den „Kollegen“ etwas ab... also passe ich natürlich bei der Kontrolle ganz genau auf. Bei der Kampfrichterin muß ich allerdings nichts wirklich tun. Ich komme mit meinem Helm auf dem Kopf an und soll ihn lediglich absetzen. Sie möchte einen Blick darauf werfen. Ich hätte mich selbst noch gebeten, dass ich die Bremsen mal vorführe. Aber das möchte sie nicht.

Ich bekomme noch einen Aufkleber auf mein Rädchen (allerdings mit einem Zahlendreher... das bemerke ich aber nicht) und bekomme eine Andenkenradflasche in die Hand gedrückt. Dann marschiere ich in die Wechselzone.

Samstag, 22. Juni 2013

Homestay Steinbeck Triathlon


Nachdem wir gestern Abend prima im Homestay- Domizil eingecheckt haben, schauen wir uns heute die Wettkampfregion etwas mehr aus der Nähe an.

Der Zeugwart ist was die Radstrecke angeht äußerst skeptisch. Immerhin wirbt das Steinbecker Triathlon Festival mit einer Steigung von bis zu 10% am Berg und einem damit verbundenen selektiven Profil. Ich kann mir unter 10% nichts vorstellen und bekomme alle möglichen Erklärungen geliefert.  So zum Beispiel, dass ich mir das ungefähr wie den Hühnerberg nur etwas länger vorstellen müßte oder wie Bad Vilbel. Ich gebe auf, denn was meine Fantasie angeht, bin ich nicht besonders gut bestückt und Berge vorstellen ist einfach nicht mein Spezialgebiet. Es nützt ja sowieso nichts. Ich bin angemeldet, gesund und so wird ja auch gestartet. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Als wir in Steinbeck für die Radstreckenbesichtigung ankommen und links in Richtung 10% Steigung abbiegen sieht’s wirklich sehr beschaulich aus. Rechts vom Weg stehen die Rehe, ein kleines Bethäuschen harrt aus um den Wanderer in dieser Gegend zu einer kleinen Andacht zu verleiten und dann fahren wir um die Ecke. Tja. Und ich sehe die Steigung. Puh, schon ordentlich. Ich kann von „fast wie der Hühnerberg“ oder „ähnlich wie Bad Vilbel“ so spontan nichts sehen. Aber gut. Vielleicht mit ein bischen Fantasie? Nein. Selbst all meine Fantasie bringt rein gar nichts. Hopfen und Malz ist da verloren. Diese Steigung hat in meiner Welt keinerlei Gemeinsamkeit mit irgendeiner Steigung, die ich schon mal mit dem Rad gefahren bin. Das Kurvenschild unten am Berg hat auch vor 1,2km Steigung gewarnt... und so isses dann auch. Nach ungefähr 1km würde ich den Anstieg als beendet erklären.

Oben wird morgen dann Wasser in Radflaschen gereicht und außerdem eine Rundenkontrolle gemacht. So isses zumindest angekündigt.

Dann geht’s ein Stück geradeaus und nachdem wir noch eine mini Welle passiert haben, geht’s über eine lange Gerade und dann wieder Berg runter. Die Strecke überquert zweimal den Mittellandkanal, in dem morgen dann auch geschwommen wird und dann sind wir an der Einfahrt zur Wechselzone wieder vorbei.

Weil ich so massiv geschockt von der Radstrecke bin, fahren wir sie gleich noch mal. Dem Zeugwart gefällt sie beim zweiten Mal gleich noch eine Idee besser, als beim ersten Abfahren. Er ist zufrieden. Er ist sowieso ein guter Wettkämpfer, von daher paßt das schon. Wenigstens einer ist zufrieden.

Den Rest des Tages verbringen wir mit den Homestay Gastgebern im wirklich empfehlenswerten Osnabrücker Zoo. Abends werden wir hervorragend verköstigt und landen früh im Bett. Ich schlafe tief und fest. 

Freitag, 21. Juni 2013

Gepackt: Athletics Triathlon Bag

Da am Sonntag Wettkampf ist und ich zum ersten Mal seit langem wieder einmal mitmachen werde, gilt es nun meine Wettkampftasche zu packen. Ich packe alles in meine BMW Triathlon Tasche, was ich brauche. BMW hat ja kürzlich ein Laufsport Camp für ein paar Laufblogger organisiert. Die Berichte dazu sind absolut lesenswert, wie ich finde. Die Blogger hatten offensichtlich eine super Zeit und BMW hat sein Engagement im Sport ganz offensichtlich glaubwürdig mit Fakten untermauert. Und nur für den Fall, dass BMW mal auf den Gedanken käme ein Triathlon Camp für Triathlon-Blogger statt finden zu lassen, wäre ich auf jeden Fall nun packerprobt und könnte mit der Tasche gleich stilgerecht anreisen. Aber das soll nur am Rande erwähnt werden.

Die vollgepackte BMW Triathlon Tasche sieht fast genauso aus, wie die Leere. Allerdings ist sie natürlich um Längen schwerer. Und das, obwohl die zwei Flaschen, die in ihren isolierten Flaschenhaltern stecken, noch nicht mal gefüllt sind. Da wir mittlerweile zwei dieser Taschen habe, ist meine mit einem kleinen blauen Band gekennzeichnet, nicht, dass der Zeugwart in mein Triathlonoberteil springt oder sich meine kleinen Laufschuhe anquälen muß. Im Wettkampf darf da schließlich nix schief gehen.


Heute bin ich froh, dass die Tasche so eine gekennzeichnete Aufteilung hat. Teilweise hat man hier, für die Taschenpackanfänger noch drauf geschrieben, für was die Aufteilungstasche gut ist. Eine Packempfehlung quasi. Das ist nett und praktisch zugleich.

Für mich dient das heute als Erinnerung. Also falte ich meine Wechselmatte und natürlich kommt sie gleich in das dafür vorgesehene Fach in der Außentasche. Die andere seitliche Außentasche ist mit zahlreichen Fächern für die Wettkampfernährung versehen. Natürlich nutze ich die heute auch. So gehe ich sicher, dass ich nichts vergesse. Getränkepulver und Gels finden hier prima ihren Platz. In das klare Fach packe ich meinen Zeitmesschip und mein Startnummernband. So sehe ich mit einem Bilck, dass ich's auch dabei habe. Gerade das Startnummernband gehört bei mir zu den Dingen, die ich gerne vergesse.


Klappe ich die Tasche auf befindet sich der Radhelm im Deckel. An dem Fach steht auch noch Helm dran und bei mir ist eben auch Helm drin. Sehr gut. Den habe ich schon mal. Im großen Fach sind meine Wettkampfklamotten, also Sport BH, Hose, Oberteil, Windweste, Regenjacke und Buff sowie Visor. Außerdem habe ich Umziehsachen drin, also Jogginghose, T-Shirt etc. Ich will ja nach dem Wettkampf nicht total verschwitzt und womöglich nass im Auto sitzen. All das hat prima Platz in dem Hauptfach. Ich packe zusätzlich noch ein kleines Handtuch und eine leere Radflasche mit rein. Falls die Wechselzone sandig wäre, kann ich mir damit dann die Füße abspülen und abtrocknen. Mit Sand im Socken Rad fahren und laufen ist
-zumindest für meine Füße- eine äußerst schlechte Idee. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.



Was jetzt noch fehlt sind meine Schuhe (Rad- und natürlich Laufschuhe), meine Schwimmbrille (mit optischen Gläsern) und Duschzeug für danach. All das packe ich in die zwei großen seitlichen Fächer der Tasche. Dank Schuhgröße 37 und den damit verbundenen relativ kleinen Rad und Laufschuhen, kann ich beide Paare gut in eine Schuhtasche packen. Dazu kommt noch meine Schwimmbrille und eine Badekappe. Der Veranstalter stellt zwar welche, aber ich habe gerne eine auf dem Kopf, dann die Schwimmbrille an und dann eine weitere drüber. Bei den paar Veranstaltungen bei denen ich bisher gestartet bin, hat sich das zumindest bewährt. Ist ja nicht so, als könnte ich Erfahrungstechnisch hier aus dem Vollen schöpfen.

In der anderen Schuhtasche finde sich mein Duschzeug, ein leeres Brillenetui, Handtücher und Badelatschen. In die versteifte Tasche für Brillen habe ich meine Radsonnenbrille gepackt. Das Etui paßt genau rein und meine Ersatzscheiben sind ebenfalls dabei.

Den Neoprenanzug für das Schwimmen packe ich dann noch unten in das eigentlich Nassfach der Tasche. Das füllt den kompletten Boden und kann je nach Füllmenge entsprechend erweitert werden.


Gepackt ist also schon mal alles. Jetzt muß ich am Sonntag eigentlich nur noch das Gonzorädchen nehmen und alles in der Wechselzone aufbauen. Dann kann nichts schief gehen auf meiner ersten richtigen Olympischen Distanz (meine erste war ohne Zeitnahme, deshalb würde ich den Sonntag irgendwie als Premiere ansehen).  

Donnerstag, 20. Juni 2013

Der sportliche Anzug

Ob ich es dieses Jahr überhaupt noch mal in einen See schaffe? Ich weiß es nicht, ich kann ja schließlich nicht in die Zukunft schauen, dann würde ich hier ganz andere Dinge veröffentlichen... he he.
Jetzt versuche ich wieder in die Zukunft zu schauen, allerdings wird das auch heute für mich wieder schwierig. Der Wetterbericht sagt Unwetter voraus, aber ob der recht behält und wann die Unwetter dann kommen ist natürlich unklar. Unser Plan für heute war klar. Kurzer Lauf zum See, einmal durchschwimmen und wieder heim laufen.

Aber weil ich so flexibel bin und der Zeugwart ebenso, machen wir heute einfach ohne schwimmen. Mir ist das einfach nichts, wenn der See voll ist und ich meinen Schlüssel einfach unbewacht da rum liegen lassen soll. Außerdem will ich nicht am anderen Ende sein und dann geht's los. Und mit in den See will ich meinen Schlüssel natürlich auch nicht nehmen. Da ist der ja schneller weg, als ich schauen kann. So sicher kann ein "um den Hals Hängerli" gar nicht sein. Ich könnte höchstens mal schauen, dass ich so ein geschenktes Schweißband mit kleiner integrierter Tasche noch daheim finde. Die gab es mal bei einem Lauf geschenkt... benutzt hab ich das natürlich nie. Aber für so einen Hausschlüssel könnte das genau das Richtige sein. Ich werde das prüfen.
Heute suche ich nun allerdings danach nicht.

Wir beschließen das Schwimmen nicht zu machen und dafür einfach noch mal zu laufen. Der neue Trainer, den ich nach der spontanen, ungeplanten und überraschenden Aufgabe des Coaches, verpflichten konnte, wird sich bestimmt die Haare raufen. Da steht schon mal was im Plan und ich ändere es gleich. Na gut.

Ich laufe heute meinen neuen Skinfit Anzug Probe. Den habe ich mir bestellt und als er dann auch endlich, nach Neuzusendung einer kleineren Größe, gepaßt hat, dann auch behalten. Den Skinfit Anzug trage ich in Größe S. Ich lach mich weg. Herrlich. Skinfit ist mir gleich eine Ecke mehr sympathisch. Die haben einfach eine wunderbare Größentabelle. Der Anzug macht mich gleich schnell und aufrecht.

Der Zeugwart ist zwar schneller, aber ich kann auch nichts dafür, dass sein Ironman Anzug offensichtlich noch eine Idee sportlicher ist, als mein Skinfit Modell. So ein Einteiler sorgt bei mir für ein unheimliches Selbstbewußtsein und eine leicht gestörte Selbstwahrnehmung. Ich laufe aufrecht und komme mir wahnsinnig dynamisch vor. Der Einteiler ist sehr bequem und so laufe ich erst neben dem Zeugwart her und als mich dann der Wetterumschwung bei den Narben packt und diese zum ziepen und zwacken bringt, läuft der Zeugwart vor und ich mache etwas langsamer. Allerdings nur ein bischen. Ich bin nämlich jetzt schon fast eingelaufen, so dass das Rumjoggen jetzt ganz automatisch passiert. Und natürlich immer schön aufrecht und mit einem unheimlichen Gefühl der Sportlichkeit.

Selten hat mich ein Outfit so in meiner Wahrnehmung getäuscht. Oder bin ich vielleicht wirklich unheimlich sportlich? Eine Diskussion darüber möchte ich besser nicht führen, da kann man sicherlich 100 Leute mit mindestens 80 Meinungen finden, wenn man will.

Als wir daheim ankommen und ich zwei Minuten hinter dem Zeugwart das Straßenschild passiere, geht es mir wirklich ganz gut. Ich schnaufe zwar, denn immerhin haben wir noch immer 33°C, aber der Lauf war prima. Und jetzt könnte ich auch noch weiterlaufen... gefühlt ewig. Der Anzug ist toll bequem und mein Selbstwertgefühl, wenn ich ihn trage, kaum zu übertreffen. Ob Skinfit sich das dabei gedacht hat?


Dienstag, 18. Juni 2013

Die Bahnenzählerin

Endlich ist der Sommer da. Ich habe in diesem Jahr auch wirklich lange genug gewartet. Und heute habe ich Sommer und Schwimmbad in einem, weil ja Vereinsschwimmtraining ist. Dass Sommer ist haben auch einige andere Menschen mitbekommen, denn der Schwimmbadparkplatz ist zum ersten Mal in diesem Jahr wirklich überfüllt. Die Autos stehen sogar an der Strasse, hier war heute offensichtlich Hochbetrieb. 

Der Zeugwart und ich sind irgendwie so flott aufgebrochen heute, dass ich vergessen habe meinen Schwimmplan einzupacken. Aber das ist nicht so schlimm, der Zeugwart sagt einfach an, dass heute mal 1500m auf Zeit geschwommen werden, weil das ja am Sonntag auch ansteht. 

Also habe ich nun doch spontan einen Plan. Und weil die Vereinsmädels heute nur halb mehr oder weniger dauerhaft im Wasser anzutreffen sind, habe ich die glorreiche Idee eine Bahnenzählerin einzustellen. Die stellt sich die Sache aber anders vor. Manchmal muß man die Rechnung einfach mit allen Beteiligten machen. Und diesmal habe ich Lisabet einfach nicht mit drin gehabt. Sie war heute bei der Hitze schon laufen und deshalb verstehe ich, dass sie nicht wirklich viel Lust hat meine Bahnenzählassistentin zu sein. Aber sie gibt mir ihre hightech Uhr. Die soll meine Bahnen zählen. Außerdem zeigt sich noch die vergangene Zeit an und zählt meine Zuganzahl. 

Viel mehr könnte die Uhr auch gar nicht tun, wenn ich es mir recht überlege. Sie könnte noch mitteilen, ob wir einen zunehmenden Mond haben, oder ob es morgen gewittert. Aber so wichtig ist das tatsächlich nicht.  Lisabet ist wirklich hervorragend ausgestattet. 

Die Uhr, quasi die Bahnenzählerin, und ich schwimmen also los. Irgendwann schaue ich auch mal drauf und sehe lauter 0er. Gut, man muß eben als Benutzer auch Start drücken, eine nicht besonders schlaue Erkenntnis. Jetzt bin ich wenigstens ordentlich eingeschwommen. Auch was wert. 

Also noch mal von vorne und jetzt einfach mit Start drücken. Ist ja gar nicht so schwer. Man muß es halt einfach machen. 

Ich schwimme und schwimme und kriege fast einen Drehwurm. Im Becken sind 1500m eben doch was anderes als im See. Nach 1500m die mein Kopf gezählt hat und die Lisabets Bahnenzähl-Uhr eindeutig bestätigt, steige ich aus dem Becken. Gott lob, denn hätte ich die gestoppte Zeit gesehen, wäre ich sicherlich einfach drin geblieben und jämmerlich untergegangen. 

Klar, ich habe nicht schnell gemacht, meine Beine selten benutzt und mir zwischendurch die Badekappe gerade gerückt (wer weiß, wer hier noch so zusieht...), aber das hat ja keine 10Minuten gebraucht. 

Für Sonntag können wir also sicher sein, dass ich die Letzte sein werde, die aus dem Wasser kommt. Aber so sind die kleinen Dinge im Leben eben einfach sicher und man muß sich keine großen Gedanken machen. 

Am Beckenrand redet die Schwimmcrew auf mich ein, behauptet, viele Wenden machen langsam und dass ich mit dem Neo noch viel Zeit rausholen werde. Sie sind wirklich sehr engagiert um meine Depression zurückzudrängen und mir Mut zu machen. Das ist das Schöne am Verein und an den Leuten... jede Leistung zählt. Ihr seid einfach die Besten. 

Der Zeugwart sagt mir leise ins Ohr seine Zeit. Damit ist auch hier sicher, dass ich ihn vor dem Schwimmstart sehe und dann irgendwann, wenn ich dann Stunden nach ihm ins Ziel laufe. Vielleicht habe ich Glück und er wartet im Ziel. Geduscht, das versteht sich ja von selbst. 

Montag, 17. Juni 2013

Sponsored Video: Live with Fire / Reebok


Nachdem ich erfreulicherweise auf die neue Werbekampagne von Reebok aufmerksam gemacht wurde und mich darin sofort wiederfand, komme ich ganz klar überhaupt nicht drumrum die selbige hier zu zeigen. Reebok kenne ich vom Women’s Run, da war Reebok der Hauptsponsor und stattete jährlich gefühlt 1000ende von Frauen mit rosafarbenen Shirts aus. Kürzlich habe ich Reebok außerdem bei meinem Ausflug in die Welt der Crossfitter kennengelernt.

Schon beim jährlichen Womensrun zeigte Reebok, wo rauf es Ihnen als Marke ankommt. Das „Wir-Gefühl“, der Spaß an der Sache und die Gemeinschaft. Wer hätte das gedacht? Ich sicherlich nicht. Ich dachte eigentlich, das passiert mehr per Zufall und nur ich sehr dieses Gemeinschaftsding und das nicht leistungsorientierte, ist aber nicht so. Reebok scheint tatsächlich genau das gut zu finden, was mir ebenfalls gefällt. Das ist ja ein Ding.

In ihrer aktuellen Kampagne geht es um den Menschen und dass jede Art von Bewegung kostbar ist. „Beweg Dich so wie Du bist“ ist einer der Sätze, die mir am meisten gefallen. Das Video zu „Live with Fire“ ist toll gedreht und für mich unheimlich motivierend. Die Stimme sagt einfach genau das aus, was mir beim Sport wichtig ist. Hier sind die gesponserten Videos anzusehen (unbedingt weiterklicken... nicht nur das Erste ist prima):



Egal wann man im Ziel ist, egal ob andere schneller oder langsamer sind, es kommt darauf an, was man selbst draus macht. Dazu paßt auch ein anderer Spruch, den ich kürzlich auf Facebook lesen durfte... „vergleiche Dich nicht mit den anderen, vergleiche Dich mit Deinem ich von gestern“... und wie das stimmt.  Wenn sich das doch bloß mehr Leute zu Herzen nehmen könnten.

Reebok kredenzt mir, außer dem herrlich motivierenden Video, auch noch eine entsprechende Seite auf der ich lesen kann, dass im Rahmen der Kampagne auch noch Workouttreffen und ein sogenannter Colorrun statt findet. Die lassen sich wirklich was einfallen. Auch wenn ich mir spontan nicht vorstellen kann bei so einem Lauf mitzulaufen. Ich denke dabei natürlich nicht an die Gemeinschaft, ich sehe den Berg an Wäsche und dass ich die Farbe sicherlich nicht raus bekomme. Ich hab’s also irgendwie doch nicht kapiert? Nun ja... ich werde weiter an mir arbeiten. 

Zusätzlich gibt es von Reebok jetzt auch noch ReebokOne. Ein Portal bei dem sich Fitness Experten anmelden können, um Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Sportlern zu werden. Es geht hier primär darum ein Netzwerk aufzubauen um zusammenzuarbeiten, zu lernen und einige Voteile von Reebok zu erhalten. Zum Beuteschema von ReebokOne würde ich mich jetzt also nicht unbedingt zählen. Obwohl der Begriff „Fitness Experte“ ja auch immer im Auge des Betrachters liegt und ich sicherlich mehr Ahnung von Fitness habe als manch anderer. Trotzdem eben meiner Meinung nach nicht genug für ReebokOne. 

Dieser Artikel wurde gesponsert. Das Sponsoring hat keinen Einfluss auf meine Meinung und meine Einschätzung. 

Sonntag, 16. Juni 2013

Generalprobe

Mein Wettkampfoutfit für kommende Woche ist noch nicht gefunden. Jeder Versuch gemütlich und sofagleich in Aeroposition auf meinem Rad zu sitzen, wurde von den jeweiligen Testhosen und Einteilern in den letzten Wochen jäh in ein schmerzhaftes Desaster verwandelt.  Also starten wir heute einen neuen Versuch. Wir, der Zeugwart und ich. Wir, eine Hose, ein Oberteil, mein Körper und mein Fahrrad. 

Es ist ziemlich warm draußen und es soll noch wärmer werden. Also fülle ich zwei Flaschen. Und weil wir -dank Zeugwart natürlich- bestens ausgestattet sind, nutze ich alle Möglichkeiten und fülle eine Camelbak Podium Chill Flasche. Die ist isoliert und soll mein Getränk längere Zeit angenehm kühl halten. Um die Flasche nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen fülle ich sie mit eiskaltem Wasser und schmeisse noch ein paar Eiswürfel hinterher. 

Unsere Radausfahrt führt uns zu erst nach Seligenstadt. Da ist heute Triathlon und der Schnelle aus unserem Verein ist am Start. Also fahren wir hin und stellen uns an die Radstrecke. Er weiß nicht dass wir da sind, und so müssen wir uns rechtzeitig wenn wir ihn sehen gleich bemerkbar machen. Nicht, dass er uns übersieht. Obwohl... das kann eigentlich kaum passieren. Wir sind zwar nicht mit Schellenkranz oder Trommel ausgerüstet, weil man beides auf den Rädchen einfach so schlecht transportieren kann, aber so viele Zuschauer sind nicht an der Radstrecke und unsere Vereinskleidung ist ziemlich auffallend. 

Und außerdem hört man mich eigentlich auch ganz gut, wenn ich rufe... 

Der Schnelle muß hier bei uns 4 mal vorbei und bekommt jedes Mal ein paar gute Wünsche mit auf den Weg. Außerdem mache ich ein paar Fotos von ihm. Athletenfotos finde ich immer prima. von mir gibt es kaum welche... das mag aber auch einfach daran liegen, dass ich ein wettkampfscheuer Athlet bin und so selten mitmache. 

Nachdem der Schnelle nur noch laufen muß, fahren der Zeugwart und ich weiter. Laufen kann der Schnelle und zwar wie der Teufel. Radfahren kann er natürlich auch. Aber so ganz ohne Anfeuerung ist so ein Wettkampf halt auch nur halb so schön. 

Wir fahren irgendwo lang. Irgendwo nur in meinen Augen. Der Zeugwart weiß natürlich wo wir hinfahren. Ich erkenne zwischendurch ein paar Stellen und merke, dass wir die Radstrecke des Rodgau Triathlons abfahren. Ach hier sind wir also. 

Irgendwann habe ich meine Flasche leer und freue mich auf mein gekühltes Getränk aus der Camelbak Flasche. Immerhin ist die ja isoliert. Nachdem ich den Flaschentausch von hinten nach vorne und andersrum durchgeführt habe, nehme ich einen Schluck. Aha. Das kann es ja wohl nicht sein. Das Getränk hat ungefähr die gleiche Temperatur wie das, was ich gerade leer getrunken habe. Nur dass das Leere nicht in einer isolierten Flasche steckte. Ich fühle mich von Camelbak etwas veräppelt. Immerhin lassen sie sich diese Isolation ja auch ganz gut bezahlen. Vielleicht ist die Isolation abgelaufen? Keine Ahnung. 

Ich trinke also einfach weiter mein warmes Getränk und denke mir meinen Teil zum Produkt. 

Als wir zu Hause ankommen spielt das Nachbarskind draußen im Hof. Ich springe vom Rad ab, wie auf der Flucht, wetze rein und stelle mein Rad ab. Wir haben spontan beschlossen, dass wir noch laufen gehen. Also kommt auch der Helm ab, ich ziehe ein Visor an und natürlich meine Laufschuhe. Und schon geht's zurück auf den Hof. Selten habe ich das Nachbarskind so schauen sehen. 

Der Zeugwart und ich laufen also. Ich bin dabei mehr als langsam. Meine Waden sind hart wie Stahl und  teilen mir auch mehrfach unmissverständlich mit, dass das loslaufen eine beknackte Idee gewesen ist. Ich habe außerdem auch gar keine Lust und ich habe Hunger. Eine tolle Kombination. Nach 35Minuten bin ich zurück zu Hause. 
Und mein Wettkampfoutfit ebenfalls.

Wenn das die Generalprobe war, dann bin ich auf nächste Woche gespannt.  

Samstag, 15. Juni 2013

Moret Triathlon in Münster

Der VfL Münster in Frankfurts weit gefaßtem Süden, richtet jährlich den Moret Triathlon aus und heute ist es wieder soweit. Unser Verein hat eine Staffel gemeldet und so ist es für den Zeugwart und mich selbstverständlich, dass wir in Richtung Dieburg fahren und uns Motivation holen und genau anschauen, wie die Vereinskameraden ihre antrainierten Leistungen umsetzen. Leistung im Wettkampf auf Kommando abzurufen ist für mich ja immer das Schwierigste, von daher schaue ich mir das immer besonders gerne ab. 

Der Zeugwart ist überpünktlich am See, weil er einfach die Entfernung an die Kiesgrube der Firma Hardt in Babenhausen unterschätzt hat. Kann ja mal passieren. Mein Wirkungskreis ist heute zahlreich gesäht und so bin ich längst am See und bereits fast müde geschafft, als er eintrifft. Die Stimmung vor dem Schwimmstart gefällt mir immer wieder. Triathlon ist einfach was schönes. Obwohl ich nicht starte und deshalb natürlich auch keinen Neoprenanzug anhabe, bin ich irgendwie doch aufgeregt und kann mitfühlen, wie es den Athleten geht. Ich beantworte heute wieder extrem viele Fragen, wie der Wettkampf abläuft, warum wieso weshalb und so weiter. Das gefällt mir. 

Nachdem die erste Startgruppe längst unterwegs ist, wird 20Minuten später die zweite Startgruppe in den Wettkampf geschickt. Hier schwimmt unsere Staffel mit und schon beim schwimmen wird alles gegeben. Unser Radfahrer, der Motivatior, harrt in voller Montur in der Wechselzone aus, um nach der Staffelstabübergabe sofort das Weite suchen zu können. Er ist Gesprächsthema bei den Zuschauern die hinter mir stehen. Sein Vereinstriathlonanzug und sein beklebter Zeitfahr-Helm fallen einfach auf. 

Als unsere Schwimmerin ihm den Staffelstab in Form des Zeitnahmechips übergeben hat, geht's auch schon weiter. Ich habe hier einfach keine Ruhe und der Zeugwart ebenfalls nicht. 

Nachdem die Staffel jetzt auf dem Rad unterwegs ist, macht sich der Zeugwart auf in den Wald. Die Radstrecke dieser Mitteldistanz hat 80km und es zusätzlich in sich, was die Höhenmeter angeht. Im letzten Jahr standen der Zeugwart und ich irgendwo im Wald und haben angefeuert. Dahin begibt sich der Zeugwart mit der restlichen Anfeuergruppe jetzt wieder. Er findet die Stelle wieder. Bei meiner Orientierung, die der eines Stuhls ähnelt, würde ich diese Stelle niemals wieder finden. 

Die Athleten kommen hier den Berg hoch und sind dementsprechend etwas langsamer als auf der Ebene. Der Motivator ist mit seinem Anzug und dem Teamhelm prima zu sehen und der Jäger gibt alles um die Stille im Wald kurzfristig zu unterbrechen und den Motivator anzufeuern, auch wenn er noch gar nicht in Sicht ist. Nach der ersten Radrunde lichtet sich der Kreis der Anfeuerer, weil der Jäger heute den Staffellaufpart übernimmt und deshalb natürlich vor Ort sein muß, wenn der Motivator in die Wechselzone rennt. 

Der Zeugwart bleibt auch die zweite Radrunde noch im Wald und gibt den Athleten noch ein bischen Trommelbegleitung. Als der Motivator zum zweiten Mal durch ist und der Zeugwart seinen Platz verläßt, sind die verbliebenen Zuschauer im Wald traurig, denn nun haben sie keinen Trommler mehr. Aber der Zeugwart kann keine Rücksicht nehmen, es gilt den Motivator auf der Radstrecke zu verfolgen. Das Vereinsfahrzeug gibt alles um den Motivator nicht aus den Augen zu verlieren, aber so richtig nah ran schafft der Zeugwart es dann doch nicht. Der Motivator ist einfach zu flott unterwegs. Beeindruckend. 

In der Wechselzone wartet der Jäger. Unsere Vereinsstaffel wechselt als 6. oder 7. Staffel und der Jäger nimmt die Verfolgung auf. In den letzten  Wochen hat er wirklich gut trainiert. Gerade letzte Woche ist er den Gebrüder Grimm Lauf mitgerannt und zwar jede Etappe. Beeindruckend. Wenn der Jäger will, dann kann er auch. Und er macht seinem Namen alle Ehre und jagt die Uhr. 

Seine Rundenzeiten sind vorbildlich und der Jäger läuft wie ein Uhrwerk. Er kommt verlässlich präzise am Ziel vorbei, so dass ihm seine Anfeuerung bei jeder Runde mehr als sicher ist. Die anderen Staffelteilnehmer warten geduldig im Vereinsdress um ihn rechtzeitig vor dem Zieleinlauf abzupassen und dann zu dritt gemeinsam ins Ziel zu laufen. 

Und so ist es dann auch. Die Zwei nehmen ihren Läufer in die Mitte und schön einträchtig wird die Geschwindigkeit und das Lächeln für den Zieleinlauf auf die Strecke gepackt. Prima. Unsere Staffel war einfach spitze. 

Der Zeugwart und ich sind nach diesem Tag voller spannender Ereignisse auch ganz schön geschafft. Den Abend verbringen wir auf der Couch...und ich schlafe früh ein. 

Mittwoch, 12. Juni 2013

Mein Zeitsprung beim JP Morgan Lauf

Schon mein Arbeitsweg heute früh ist abgesperrt, ich kann nicht aus dem Auto mal schnell auf den Bürgersteig hüpfen, weil überall große Gitter die Strasse begrenzen. Frankfurt bereitet sich mal wieder auf einen Massenansturm an Lauffreudigen vor. Heute findet in der Innenstadt, rund um die Alte Oper, wieder der JP Morgan Corporate Challenge Lauf statt. In vielen Jahr war das der größte Firmenlauf der Welt, ob das dieses Jahr der Fall ist, weiß ich nicht. Es laufen "weit" weniger als 70.000 Menschen mit. Es könnte also knapp werden. 

Mittlerweile ist meine Teilnahme am Firmenlauf schon fast obligatorisch. Jahrelang war ich Teamcaptain und auch jetzt, wo diese Aufgabe jüngere Läufer übernommen haben, melde ich mich jedes Jahr wieder an. Laufen für einen guten Zweck mache ich irgendwie viel zu selten. Außerdem genieße ich es richtig durch die gesperrte Innenstadt zu laufen, die nur für uns Läufer frei von Autos ist. Sonst kämpfe ich mich hier von Ampel zu Ampel und heute habe ich freien Lauf.



Wir gehen sehr früh los und stehen verhältnismäßig lange in der Startaufstellung. Das Wetter hält, was angesagt war, es wird warm und auf meiner Nasenhöhe auch recht stickig. Langes rumstehen finde ich total blöd, ineffizient und anstrengend. Als es endlich los geht und wir uns langsam in unserer Startaufstellung nach vorne schieben, weiß ich schon, dass die ersten Kilometer schwer werden.

Gerade erst habe ich ja festgestellt, dass ich 4-5km brauche um warmzulaufen. Eine tolle Aussicht, wenn man nur 5,6km vor sich hat. Ganz prima.

Weit vor der Startlinie wird bereits gelaufen, weil die Lücken zu den vorherigen Startern offensichtlich groß genug waren und uns genügend Platz lassen. Das ist prima. Oder auch nicht. Denn von hinten drängeln natürlich viele nach, so dass man nicht umhin kommt als loszurennen. Das liegt mir nicht. Aber gut. Es ist, wie es ist. Also renne ich. Natürlich überhaupt nicht mein eigentliches Tempo. Außerdem in der Hitze und so weiter. Direkt hinter einem Läufer im Bärenkostüm laufe auch ich über die Startlinie.

Ich laufe mir eine Blase an der Fußsohle und bekomme Seitenstechen. Also übe ich bei dieser Gelegenheit noch das Trinken im Laufen, kriege einen Hustenanfall, Wasser in die Nase und kaum mehr Luft, und mache schließlich eine Gehpause. Als ich mich wieder gesammelt habe, laufe ich weiter.

Vor dem Ziel wird es ziemlich eng. Aber den Läufer im Bärenkostüm habe ich immer noch fest im Blick. Der läuft nämlich wieder genau vor mir über die Linie. Ich drücke meine Uhr ab und bin zufrieden. Für die Blase, das Seitenstechen, die Luft und dem nahen Erstickungstod kann ich das Ergebnis gut ertragen. 39Minuten. Ich höre wie der Bärenläufer selbstzufrieden seine Mitläufer informiert, dass sie 26Minuten unterwegs waren und das eine super Zeit wäre. Ganz offensichtlich hab ich einen Zeitsprung gemacht. Mir wurde Lebenszeit geschenkt... so sieht es wohl aus.

Und eine Strecke kann man eben einfach nur richtig mit Zeit genießen. So einfach ist das.

Ich merke mir heute extra meine Zielankunftszeit, nur  um später festzustellen, dass es das traditionelle  Finisherfoto der Firma Fed-Ex in diesem Jahr nicht gibt. Sehr schade. Und das, wo ich endlich mal daran gedacht habe.