I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 21. Oktober 2014

Fast gerade erst

Wenn man gerade erst aus dem Urlaub kommt, ist einem oft schon wieder danach gleich zum nächsten Aufzubrechen. Urlaub macht oftmals Lust auf mehr, obwohl man vielleicht doch auch mal ganz gerne zu Hause ist. Der Zeugwart und ich haben ja nun fast gerade erst Urlaub gemacht. Trotzdem habe ich mich gekümmert und ein weiteres Reiseziel für dieses Jahr auserkoren. Eine Reise klingt allerdings immer besonders weit und da, wo wir hinfahren brauchen wir nicht so lange hin: im Dezember geht es ins Elsass. Der Zeugwart und ich dürfen es uns dort in einem Wellnesshotel gut gehen lassen.

Wir haben also im Dezember die Möglichkeit, uns mal der vollkommenen Ruhe und Entspannung zu widmen, sowie unsere Energie besser nutzen zu lernen. Na, da bin ich ja mal gespannt. Die Hotelseite liest sich unglaublich anheimelnd finde ich. Auch die Aufmachung der Homepage und die Fotos sind sehr einladend und machen absolut Lust auf mehr. Ich bin sehr gespannt, wie es ist, im "grünen" zu schlafen und bewußter zu essen um besser zu leben.

Vieles in so Hotelprospekten klingt ja immer unheimlich hochtrabend und so bin ich neugierig darauf zu erfahren, wie es dann wirklich live und in Farbe ist. Nicht, dass der Zeugwart und ich mit Sportausrüstung anreisen und die dort vollkommen schockiert sind, weil damit keiner gerechnet hat. Obwohl Sport ja auch zu Wellness dazu gehören kann. Irgendwie.

Wir entspannen also zum Jahresende ein paar Tage im Elsass und werden darüber berichten. Da war ich sowieso noch nie. Ich freu mich!
 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Oktoberradeln

Heute ist ein herrlicher Tag. Die Sonne vertreibt den Nebel ab dem späten Vormittag und nachdem der Zeugwart und ich ausgiebig gefrühstückt haben und ein bisschen Hausarbeit abgearbeitet wurde, ziehen wir uns zum Rad fahren an. Heute wollen wir ein bisschen länger als eine Stunde unterwegs sein. Das war ja plus/ minus meine letzte längste Zeit und ein bisschen Steigerung ist ganz bestimmt drin. 

Ich habe mir ein neues Radtrikot aus den USA mitgebracht und das darf heute mal mitfahren. Der Zeugwart fährt im Burgertrikot, so dass wir einfach grandios zusammen passen und natürlich später noch ein Bild fürs Familienalbum machen. 

Wir fahren heute nur Straße. Das kann der Crosser auch und so kann der Zeugwart auch mal wieder mit seinem Rennrädchen fahren. So waren wir schon lange nicht mehr zusammen unterwegs. Das heißt, dass es wieder ein Schritt weiter in Richtung Normalität ist. Das "Zusammen Rennrad fahren". Wir fahren über Teile der Ironman Runde und ich werde mehr als einmal abgehängt und von fremden Radfahrern überholt. Aber das stört heute nicht und ich versuche auch nicht dran zu bleiben. Das bringt nämlich dem Knie gar nichts. 

Also, geht's immer schön rhythmisch durch die Gegend und ich schalte irgendwann tatsächlich aufs große Kettenblatt vorne. Da war ich auch in diesem Jahr noch nicht. Genauso wenig wie hier in Mittelbuchen. Da haben die doch tatsächlich einen neuen Blitzer installiert. Unglaublich. Wenigstens bin ich so langsam, dass der neue Blitzer nicht auslöst. Jeder Minianstieg bremst mich nämlich sowieso total aus. Dafür geht's in der Ebene mittlerweile ganz gut. 


Der Zeugwart und ich machen ein paar Trinkpäuschen und fahren eine wirklich schöne Strecke. Wenn man nicht ständig Rad fährt, ist allerdings wahrscheinlich jede altbewährte Runde auf einmal eine schöne Strecke. Nach 40km sind wir wieder zu Hause. Wir haben das Wetter ganz toll ausgenutzt. 

Mein Knie fand die Radtour auch prima. Überraschenderweise kann ich mittlerweile auch die Kontur meiner rechten Kniescheibe wieder sehen. Darauf war ich noch gar nicht vorbereitet. Aber ich hab sie natürlich sofort wiedererkannt. 

Freitag, 17. Oktober 2014

Heute mit Dynamik

Ich kann es nicht lassen, das ist einfach so und ich weiß es ja auch. Sucht kann das nicht sein, ich neige nicht dazu, irgendwas dringend machen zu müssen. Ich will einfach. Obwohl ich normalerweise kein Starrkopf bin, glaube ich. 

Es war generell eine anstrengende Woche. Die meiste Zeit hatte ich entweder Schmerzen und Sorgen oder nur Schmerzen. Zusätzlich gab es viel auf der Arbeit zu tun und da ich kein Daheim-sitzer bin, weil mir das ein Graus ist, mich an den Unfall erinnert, langweilig ist und es irgendwie doch immer geht zu arbeiten, war die Woche anstrengend. Mittlerweile bin ich aber wieder ziemlich fit und gesund. Das liegt daran, dass -wenn man dann mal eine Diagnose gestellt hat- als Arzt heutzutage eine Wahnsinnsauswahl an Medikamenten zur Verfügung hat. Mein Arzt hat also aus dem vollen geschöpft und mich entsprechend mit einem absoluten Wundermittel versorgt, dass auch gleich ordentlich durchgeschlagen hat. 

Ich bin deshalb heute wieder sportlich. Also doch ein Sturkopf. Heute schreibe ich einen Schwimmplan und weiß allerdings schon vorher, dass ich ihn nicht komplett abarbeiten werde. Das können die anderen Beiden auf der Bahn machen und zumindest der Fremdvereinsfan tut das auch sehr gewissenhaft. Der Zeugwart schwimmt einfach, so wie ich, hin und her. Wir haben eine tolle Zeit. Ich komme die ersten paar Bahnen kaum vom Fleck, aber Spaß macht es trotzdem. Dann gibt mir der Zeugwart den entscheidenden Tipp und erinnert mich an meine Schwimmstunde bei Marco di Carli. Da gab's zum warm schwimmen ein paar Technikübungen und die waren prima. Also lege ich ein paar Technikbahnen ein und komme noch weniger vom Fleck. 

Aber dann mache ich's mit Dynamik. Und zwar volle Kanne. Heute sind es keine 5m bis zum Zeugwart. Ich schaffe es bis auf 3m an ihn ran. Die Abstandsmessung ist natürlich absolut fehlerfrei und total verlässlich. Klar. Und weil der Zeugwart genau weiß, wie er  mich motivieren kann, behauptet er über 200m lang, dass er es nicht schaffen würde, auf mich aufzuschwimmen. Natürlich weiß ich, dass das nicht sein kann, aber zumindest bringt er es recht glaubwürdig rüber, dass er total außer Atem ist und nicht mehr kann, als wir anschlagen. Und an mir vorbeiziehen tut er auch nicht. Wunderbar. Ich habe heute grandiose 40Minuten Schwimmtraining. 

Danach gehe ich raus, ehe es mir kalt wird. Außerdem bin ich auch durch mit allem, was ich mir vorgenommen habe. Zweimal wasserschnuppern und davon sogar einmal mit Dynamik ist ein guter Start in die Wintersaison. Ab nächster Woche gehe ich öfter schwimmen. Und befolge den Plan, den ich schreibe, dann auch selbst. Aber der Trainer sagt's ja immer: langsam steigern. Von Null auf Hundert bringt es nicht immer. 

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Stille Gesundheit

Der Blog ist still, weil sich die Schreiberin derzeit bevorzugt um ihre Gesundheit kümmert. Der Bauch brauchte dringend Aufmerksamkeit, auch wenn die Ärzte erst nach längerem Suchen endlich gefunden haben, was das Problem war. Die Entzündung heilt nun also ab, nachdem sie mit starken Mitteln beschossen wurde. 

Morgen will ich versuchen mal wieder walken zu gehen. Dann wird's hier auch wieder sportlicher. Mein Knie muß zwar immer noch langsam machen, aber ich kann ja auch langsam walken gehen.  Das ist wahrscheinlich sowieso besser, auch für die Erholung. Hauptsache erst mal besser fühlen. Das muß ich genießen. 

Montag, 13. Oktober 2014

Hase - Jäger - Ihr seid dran

Wie versprochen, soll das Los entscheiden und -obwohl ich eigentlich gerne ein schönes Video gedreht hätte- das hat es auch. Ich habe alle Eure Namen auf Zetteln notiert und der Zeugwart hat blind die Glücksfee gemacht. Dank meiner Bauchschmerzen und den Aussagen der Ärzte, dass ich nichts habe, bin ich nicht ganz so salonfähig, wie ich mir das wünschen würde, so dass das Video aus bleibt. Ich denke, das paßt für Euch und für mich vielleicht bald wieder auch. 

Der Zeugwart hat blind in der Zettelwirtschaft rumgerührt und dabei dann Caro und Helge rausgefischt. Ich hoffe, keiner ist enttäuscht und die zwei Damen freuen sich. Natürlich bin ich total gespannt, wie Ihr Euch auf der DVD zurecht findet und ob Euch die Hüpf-Wink-Drehübungen leichter fallen, als mir. Ich schaffe den Hase-Jäger Spaß ja noch immer nur mit höchster Konzentration. Aber sich ab und an mal zu konzentrieren ist vielleicht auch nicht verkehrt?

Schreibt mir doch Eure Anschrift, wo die DVD hingehen soll an meine Emailadresse (ganz unten auf dem Blog), dann kann ich sie schnellstmöglich versenden. Und wenn Ihr mich dann auch noch mal wissen laßt, ob die Koordinationsleiter Euer bester Freund wird, oder nicht, fände ich das grandios. 

Danke an 1x1 Sport - Europäische Akademie für Sport und Training für die Möglichkeit zur Verlosung! 


  

Sonntag, 12. Oktober 2014

Radfahren im Nebel

Nachdem ich ja für diese Woche beschlossen hatte, dass es wieder "zurück zur Sportnormalität" geht, freue ich mich so richtig, auf das Wochenende. Das wird nämlich auch ein sportnormales Wochenende. Ich bin begeistert. Das Wetter denkt sich heute früh, dass Nebel für mein sportnormales Wochenende eine herrliche Bereicherung wäre und 10°C ebenfalls ideal dazu passen. Gut, also da finde ich, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ganz sicher. Beides gebündelt muß nicht sein. 

Mittlerweile sind der Zeugwart und ich aber auch für solche Fahrrad Ausfahrten ausgestattet und weder der Nebel noch die Temperatur können unsere Pläne brechen. Ich habe in Amerika ein super Pearl Izumi Schnäppchen gemacht und bin deshalb endlich auch im Besitz einer wasserdichten Fahrradjacke in auffälliger Farbe. Die ziehe ich heute über unsere Teamjacke, so bin ich gegen Feuchtigkeit geschützt und farbenfroh. Dazu gibt's noch einen Buff, meine langen Handschuhe und eine Mütze und schon kann's losgehen. 

Der Nebel ist wirklich dicht... wir sehen teilweise nur 50m weit und so kommt auch mein Schutzblech gleich mal zum Einsatz. Natürlich angeschaltet. Der Zeugwart findet, dass es ausreichend hell leuchtet und eine gute Ausgabe war, und so bin ich ebenfalls zufrieden. Wir fahren heute schön durch den Nebel. Ich habe seit ein paar Tagen Bauchschmerzen, aber das Radfahren geht ganz gut. Meine Geschwindigkeit läßt sich aber wahrscheinlich mit allen Schmerzen noch gut fahren. Gut, dass ich keinen Tacho am Rad habe. 


Das Ziel unserer Ausfahrt ist der Offenbacher Mainuferlauf, bei dem ein paar unserer Vereinskollegen heute mitlaufen wollen. Wir haben also eine eingeplante Pause, die mein Knie und besonders meine Bauchschmerzen nicht verkehrt finden. Unsere Läufer sind ganz gut unterwegs und bilden -alle in organger Vereinskleidung- auch einen tollen großen Farbtupfer im Läuferfeld. Und natürlich freuen sich sich, genauso wie alle anderen, dass wir anfeuern. Viel ist hier im Nebel nicht los, obwohl man den Km 4 schon fast als Stimmungsnest betiteln könnte, denn hier stehen einige Anfeuerer rum. 

Nachdem unsere Läufer alle durch sind und wir die Gruppe wieder aus den Augen verloren haben, weil der Weg am Main noch mehr vom Nebel verhangen ist, als da, wo wir jetzt stehen, quatschen wir noch eine Runde mit dem Flitzer. Den haben wir ja seit dem er aus dem Süden zurück ist nicht mehr gesehen. 

Ehe es zu spät wird, brechen wir allerdings die Anfeuerungsquatschrunde ab und fahren nach Hause. Wir haben heute noch ein bisschen was vor. Außerdem braucht mein Bauch Ruhe. Und morgen einen Arzt. 

Freitag, 10. Oktober 2014

5m schneller

Ich habe es tatsächlich die ganze Woche nicht geschafft morgens schwimmen zu gehen. Dabei war die Tasche seit Montag gepackt und stand im Weg. Aber ich faules Stück schaffe es wirklich, einfach drumrum zu tapsen. Es ist zum Mäusemelken. Morgens schwimmen zu gehen kostet mich wesentlich mehr Überwindung als zu laufen. Ich kann auch morgens die Wäsche machen, oder staubsaugen. Das ist zwar auch ein bisschen verrückt, aber wenigstens kein schwimmen. Als wenn das helfen würde. 

Da jetzt Wintersaison ist, haben wir Freitags Schwimmtraining. Gott lob Abends. Irgendjemand hat mal mitgedacht. Da bin ich aber froh. Heute gehts ohne Plan zum schwimmen. Es ist ja quasi Schwimmsaisonauftakt und da will ich mich nicht unter Druck setzen. Wahrscheinlich kann ich überhaupt gar nicht mehr im Becken schwimmen und komme überhaupt nicht bis zum anderen Ende. Wir werden sehen.

Schnell wird klar, dass ich doch noch schwimmen kann und locker bis zum Ende des Beckens komme. Und zwar mehrfach! Die ersten 50m sind extrem frisch, weil dieses Becken anscheinend nicht geheizt wird. Ich mühe mich erst etwas, aber dann passt alles zusammen und ich schwimme immer schön hin und her. Was anderes bleibt einem im Becken ja auch nicht übrig, um das Kind mal beim Namen zu nennen. Und wenn man nicht schwimmt, wird's auch kühl. Das ist ein guter Ansporn.

Der Zeugwart und ich schwimmen gemeinsam auf einer Bahn und ich versuche in seinem Wasserschatten zu schwimmen. Das klappt auch prima, bis wir so bei 40m sind... dann wird er 5m schneller und schlägt eben genau die 5m vor mir an. Gut finde ich das nicht, aber es ist, wie es ist. Der Zeugwart ist einfach schneller als ich. Das könnte mein Winterplan werden... mit dem Zeugwart gleichzeitig anschlagen. Gut, dass ich nicht die Anzahl der Winter festgelegt habe, die dafür nötig sind. 


Das könnte nämlich gut ein paar Winter dauern. 5m sind eine ganze Menge. Zumindest fürs Schwimmen und für mich. Die Kombination ist schier unüberwindbar, aber die Winter und das Training in der Traglufthalle werden es schon richten. Irgendwann. 


Der Zeugwart steigt heute vor mir aus dem Wasser und macht noch diese zwei schönen Bilder von mir. Das untere zeigt auch direkt, dass ein arbeitsreicher Schwimmwinter vor mir liegt. Wenigstens komme ich heute ohne Leiter aus dem Becken, das ist ein 100%iger Fortschritt gegenüber dem kompletten letzten Jahr.

Mein Knie findet den Wasserausflug super. Unter der Dusche habe ich zum ersten Mal seit dem Unfall keine Schmerzen, kein extremes Taubheitsgefühl, kein Pulsieren und einfach zwei ganz normale Knie, die abgeduscht werden. Das ist der absolute Knaller und setzt der knappen Stunde schwimmen die Krone auf. Da sind die 5m schneller ein realistischer Winterplan... für die nächsten Winter halt.