I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Samstag, 23. Mai 2015

Funktionelles Blackroll Faszientraining

Ich bin ja ein großer Fernsehsportler. Üblicherweise schaue ich Fußballspiele (obwohl ich da immer viele Fragen habe -> sehr zum Leidwesen des Zeugwarts), Olympiaden, Triathlon, Marathons und natürlich Schwimmen und Leichtathletik. Da bin ich ganz vorne mit dabei, sitze quasi mitfiebernd in der ersten Reihe auf der Couch und freue mich, dass soviel Sport im Fernsehen übertragen wird.

Damit ich nun auch endlich mal ein richtiger Fernsehsportler werde, hat mir 1x1 Sport eine ihrer neuen DVD's zur Verfügung gestellt: Funktionelles Blackroll Faszientraining. Interessant, dass meine Couchsitzerei nun offenbar dazu führt, dass ich von der Couch noch eine Reihe weiter vor rücke und direkt vor dem Gerät anfange zu sporteln. Erinnert mich auch irgendwie an meine Yoga Erlebnisse mit Susanne Fröhlich und an früher, als es noch Fitnessvideos im Sinne von Jane Fonda gab. Gibt es bestimmt auch heute noch... höchstwahrscheinlich.



Durch die DVD rollt sich außer der Blackroll offensichtlich auch noch Nina Heinemann. Sie ist mir als Hoteltesterin im Fernsehen schon mal über den Weg gelaufen, oder hat zumindest jemanden, der ihr unheimlich ähnlich sieht und ab und an mal durch die Hotels dieser Welt stapft um dem Manager zu sagen, dass sie sich eine gereinigte Toilette anders vorstellt. Egal. Ich lerne beim Blick auf die CD Rückseite, dass Nina -Sportler dutzen sich ja meistens- Personal- & Fitnesstrainerin ist und eine Blackroll Master Trainerin obendrauf. Was es alles gibt. Der Zeugwart und ich sind zwar, wie wahrscheinlich die meisten Triathleten, Besitzer einer solchen Rolle (und auch einer Blackroll Mini), aber dass es dazu Trainingsausbildungsprogramme gibt, ist mir total neu.

Was soll auch trainiert werden? Ich nutze die Blackroll ausschließlich zum drauf rum hin- und herrollen. Und das ist schon schmerzhaft und zwar in praktisch jeder Hinsicht. Warum also dafür eine Ausbildung machen?

Offensichtlich habe ich wenig Ahnung zu was die Rolle tatsächlich genutzt werden kann und deshalb habe ich auch diese Steinzeitansicht von wegen rum hin- und herrollen. Das kann ja heiter werden. Die arme Nina hat bei mir also wirklich jede Menge zu tun.
Beim öffnen der DVD fällt mir sofort eine Beilage auf. Ein kurzes Anschreiben von Nina... ah, gut, auch sie dutzt mich sofort auf einem Poster. Da sind wir also schon mal auf einer Wellenlänge. Prima.




Vom Prinzip her, ein Workout-Fitness-Poster wie es auch bei manchen Ärzten oder Physiotherapeuten hängt. Die Programme sind gegliedert in Core, Upper Body und Legs Pure und die dazu gehörenden Übungen sind bebildert und mit einer kurzen, sehr knappen Erklärung aufgelistet. Da blicke ich, als Fernsehtrainingsanfänger natürlich nicht sofort durch, das dürfte klar sein. Dafür ist die DVD da und Nina mit ihr. Quasi als perfektes Team.

Sie turnt sich also fleißig durch jede noch so anstrengende Übung der DVD und macht mit einer unendlichen Ausdauer alles vor.


Sie macht die Übungen sogar so lange, dass ich vor dem Fernsehgerät mit ihr zusammen rumhüpfen kann. Das heißt, erst bekomme ich die Übung, wie im richtigen Fitnessstudio auch, genau erklärt und einmal vorgemacht. Wenn Nina dann aufhört zu reden, geht die Musik an und oben wird eine Zahleingeblendet die mir mitteilt, dass die Übung (z.B. der Froschsprung) jetzt 60Sekunden lang durchgeführt wird. Dann zählen große eingeblendete Zahlen einen Countdown runter, bis die Übung fertig ist. Gut gemacht. Und schon geht's weiter.

Ich bin also mit meinem Posterplakat nicht alleine, sondern Nina turnt mit.

Die DVD gibt es für rund 19EUR hier. Ich finde, sie ist gut gemacht und zeigt prima, wie man die Rolle auch außerhalb des schnöden hin- und herrollens nutzt.

Freitag, 22. Mai 2015

Fotostrecke Duathlon am Hockenheimring

Das haben wir bisher noch nie gemacht, aber einmal ist ja bekanntlich immer das erste Mal. Und bei uns ist es der Duathlon am Hockenheimring. Bei diesem Wettkampf hatten wir keinen eigenen Fotografen vor Ort und haben uns so voll und ganz auf das Knipsteam von Sportograf verlassen. Die haben zwar bei der Krassfit Challenge auch ein paar Bilder von uns geknipst, aber jetzt auf dem Hockenheimring ist die Ausbeute der Fotos wirklich wahnsinn.
 
Bei der begrenzten Zahl an Teilnehmern und dem Rundkurs vielleicht auch kein Wunder? Egal. Wichtig war mir, dass die 24,99EUR für die sogenannte Fotoflatrate, die mir alle Bilder von mir verspricht, gut angelegt sind. Die Bilder sollen meine Wettkampfemotionen wiederspiegeln und ich möchte für den Betrag eine ordentliche Anzahl an Fotos überlassen bekommen. Natürlich in einer entsprechenden Qualität (postertauglich sollte die schon sein) und ohne lästige Wasserzeichen.
 
Beim Duathlon am Hockenheimring haben die Sportografen diesbezüglich ganze Arbeit geleistet. In meiner Fotoflat befinden sich ganze 60 Bilder, der Zeugwart hat sogar noch ein paar mehr Fotos auf denen er abgelichtet ist. Also da kann man nun wirklich überhaupt nicht meckern. 60 Fotos für 24,99EUR! Das ist ja wirklich nicht teuer. Natürlich gefällt mir nicht jedes Bild, manchmal schaue ich schepp oder grimmig, weil so ein Wettkampf eben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist... aber 90% der Bilder würde ich mir sofort ausdrucken und/ oder aufhängen. Wenn wir an den Wänden Platz hätten. Dem Zeugwart geht es ähnlich. Das Geld war also gut investiert.
 













 

 




 
Ich finde der Spaß an dieser Veranstaltung ist uns deutlich anzumerken! Ganz toll fotografiert! Vielen Dank!
 

Donnerstag, 21. Mai 2015

Seeteam

Heute ist die erste Swimnight in diesem Jahr und der Zeugwart und ich schaffen es nicht hinzugehen. Alle guten Vorsätze werden quasi sofort schon bei der ersten Veranstaltung über die Wupper geworfen... wohin soll das diese Saison nur führen? Im Nachhinein betrachtet allerdings sind wir froh, dass wir nicht vor Ort waren. Heute Abend ist am Langener Waldsee einer der Schwimmer verstorben. Alle Reanimierungsmaßnahmen blieben erfolglos. Wie schrecklich. Furchtbar für die Angehörigen und Freunde, die sicherlich niemals damit gerechnet haben, dass er von der Ausübung seines Sports nicht mehr heimkehrt und schrecklich für die Schwimmer und Retter, die ihm nicht mehr helfen konnten. Da hilft nur stilles Gedenken und Mitgefühl. Wenn überhaupt etwas hilft.
 
Ich denke dabei an die vergangenen Jahre, in denen die Teamchefin und ich ein wahrlich hochsoziales Seeteam gebildet hatten. Wir schwammen immer einträchtig nebeneinander her und wenn ich mal nicht mehr konnte, dann hat sie auf mich gewartet. Sie ist niemals weggeschwommen. Dieses Jahr wird sie nicht mit mir im Wasser sein. Selbstverständlich kann ich schwimmen und habe  keine Bedenken auch ohne die Teamchefin den Neoprenanzug auszuführen. Trotzdem wird es dieses Jahr anders sein, wenn der Zeugwart und die Vereinskollegen am Ufer warten, ich aber auf der Schwimmstrecke -eigentlich- ganz alleine bin. Und ich kann höchstwahrscheinlich genauso gut oder schlecht schwimmen, wie der Schwimmer gestern, der nicht mehr heimfahren mußte. Schließlich geht man nicht einfach so zur Swimnight. Ein Nichtschwimmer war er bestimmt nicht.
 
Wirklich erschreckend.
 
Solche Vorfälle lassen mich dann doch immer wieder nachdenklich werden. Fast scheint es mir, als wäre das reine Überleben schon Glück und eine Tatsache, über die man sich jeden Tag freuen sollte, solange man noch kann. Einfach am Leben bleiben ist heutzutage, was vielleicht auch an meinem mittlerweile doch recht fortgeschrittenen Alter liegen mag, offenbar nicht so selbstverständlich, wie man es sich wünschen würde. Früher, ja da war der Tod immer weit weg. Mit dem Sterben eines Kollegen wurde ich bereits 2011 regelrecht wachgerüttelt und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Mein Alter, nicht nur Kollege sondern fast schon Freund, ab in den Urlaub und dann niemals wieder gesehen. Dass Großeltern sterben, und meine das natürlich ebenfalls taten, ist da zwar nicht weniger schlimm, aber doch anders wegzustecken. Für mich zumindest. Obwohl jeder Tot plötzlich und unvorhergesehen kommt, selbst wenn jemand alt oder krank ist, bei den alten Leuten in meiner Familie gehörte das Sterben irgendwie dazu. Meine Großeltern waren in meiner Welt auch schon immer alt.
 
Anders zum Beispiel meine Eltern. Die sind in meiner Welt irgendwie immer jung und ich bin manchmal regelrecht überrascht, wenn ich ein aktuelles Foto geschickt bekomme und beide vollständig ergraut abgelichtet sind. Wie kann das sein? So jung und dynamisch und dann so grau? Mein Vater ist dieses Jahr in Rente gegangen. Der Vater meiner besten Freundin im letzten Jahr. Beiden Männern merkt man ihr Alter als Fremder sicherlich auch nicht an, obwohl man sie garantiert älter schätzen würde, als ich es tue. Weil ich die Welt diesbezüglich vielleicht noch durch meine Kinderaugen sehe? Ich weiß es nicht.
 
So kommen die Einschläge, von denen meine Oma immer gesprochen hat, nun also auch bei mir näher. Kollegen, Eltern von Freunden, ein Triathlet im See. Das ist alles ziemlich nah. Und zu überleben in einer Welt, die offenbar voller Gefahren ist, scheint reines Glück zu sein. Aber manchmal muß man eben auch einfach Glück haben!
 
Ich hoffe, die Teamchefin geht im nächsten Jahr dann wieder mit mir zusammen in den See und wir können wieder ein Seeteam bilden. Dann habe ich auch ein Jahr Schwimmtraining aufgeholt und wir brauchen nicht so viele Pausen.
 

Mittwoch, 20. Mai 2015

Timing ist alles.

An so Tagen wie heute, wo der Bahnstreik die Autobahnen fest im Griff hat, lohnt sich ein früher Feierabend genauso wenig, wie ein pünktlicher. Man kann entweder zu Hause arbeiten und dabei auf die besten Kollegen der Welt verzichten, oder man führt ungewöhnliche Arbeitszeiten ein. Ich entscheide mich heute für Letzteres. Daheim zu arbeiten bietet sich heute schon alleine aus dem Grund nicht an, weil ich heute wieder mit einer Kollegin zum laufen verabredet bin. Das ausfallen zu lassen wäre frevelhaft und geht gar nicht. 

Es regnet heute in Schüben immer mal wieder und ich bin wirklich froh, dass wir genau pünktlich in einer Regenpause losrennen. Meine Uhr, obwohl das letzte Mal GPS mäßig im "Norden" unterwegs, obwohl das ja gar nicht wirklich der Norden war, wie mir der Deichläufer erklärte, findet sie sich hier sofort wieder und kaum auf der Straße, flitzen wir auch schon los. 

Einmal durch den Gewerbepark und dann kurz durchs Gebüsch und raus auf die Straße, so haben wir es uns jetzt über die letzten Wochen angeeignet und folgen dem Schema F regelmäßig. An der Straße entlang geht's nun leicht abschüssig. Da hupt uns ein entgegenkommendes Auto an und der Typ am Steuer, vollsonnenbebrillt, winkt uns zu. Also das ist mir ja noch nie passiert und auch meine Kollegin behauptet absolut glaubhaft, dass auch ihr für gewöhnlich die Männer nicht an einer Bundesstraße bei 70km/h aus ihren Autos zuhupen. Ich glaube ihr das mal so. 

Natürlich hat dieser Typ es geschafft und ist für die nächsten Minuten unser Gesprächsthema, ehe wir uns wieder schöneren Themen, wie Arbeit, Wettkämpfe und allgemeinem Wohlbefinden widmen. Die knappen 40 Minuten für 6km vergehen so dauerquatschend wie im Flug und auch der unebene Untergrund macht mir heute nicht so sehr zu schaffen. Wir können zum ersten Mal gemeinsam, quatschend Dauerlaufen ohne dass ich eine Gehpause brauche. Egal ob für das Knie oder die Puste. Heute ist keine notwendig. 

Wieder ein Fortschritt. 

Als wir zurück am Büro sind, schaffen wir es allen wichtigen Führungspersonen noch nassgeschwitzt zu begegnen und uns für unsere massive Sportlichkeit, die wahnsinnige Ausdauer und tolle Motivation ausgiebig loben zu lassen. Da kann man nur sagen: Timing ist alles! Wir haben es diesbezüglich eben einfach drauf. 

Dienstag, 19. Mai 2015

Erderwärmung gesucht

Die Mitte Deutschlands hat uns wieder und schon sind es gute 4°C wärmer als noch im fast ganz hohen Norden. Unglaublich, dass es tatsächlich auch bei uns ein Süd-Nord-Temperatur-Gefälle gibt. Und das trotz Erderwärmung. Wir kommen gestern zurück und weil das Geknacke an meinem Fahrrad schier unerträglich nervtötend war, bringt es der Zeugwart heute gleich zum Radhändler meines Vertrauens. Viel dürfte da ja nicht dran sein... immerhin ist das Rädchen noch kein Jahr alt. Aber gut. Ich lasse mich mal überraschen. Ändern kann ich es ja sowieso nicht mehr, schließlich knackt es ja bereits. Hinterher ist man außerdem immer schlauer.
 
Wie jeden Dienstag im Sommer, wobei die heutigen Temperaturen tatsächlich schon wieder eine Idee mehr sommertauglich sind, als die von letzter Woche, wird heute geschwommen. Wir müssen dabei auf die Gesellschaft des Flitzers verzichten, denn der befindet sich im Anflug auf Lanzarote, wo er am kommenden Samstag den anderen Langdistanztriathleten mal zeigen will, wo der Hammer so hängt.
 
Für heute habe ich einen Schwimmplan geschrieben, der sich gewaschen hat.

 
Warum ich immer auf solche verrückten Pläne komme, weiß ich selbst nicht so genau. Er ist auf jeden Fall nicht zu schaffen. Für mich nicht und für den Zeugwart ebenfalls nicht. Auch der Fremdvereinsfan beißt sich daran fest, hat aber auch keine Chance. Ich habe mich maßlos überschätzt. Wahrscheinlich, weil es derzeit so gut beim laufen klappt? Da dachte ich, ich bin auch ein Fisch. Bin ich aber nicht. Und meine Arme schon gleich zweimal nicht... die sind schon nach der ersten von vier 600m Serien vollkommen fertig. Nix mehr los mit denen. Und ohne Arme geht es nur bedingt beim Kraul. Sicherlich kann ich dazu Beispiele finden, die das Gegenteil beweisen... hier und heute bin ich allerdings ohne Arme beim kraulen praktisch verloren.
 
Ich schwimme zwei der Serien und begebe mich dann ins Erholungsbecken. Ich bin nicht nur unheimlich langsam und meine Arme sind schlapp wie Pudding. Das Schwimmbecken hat auch zusätzlich rein gar nichts von der Erderwärmung mitbekommen, ähnlich wie der Deutsche Norden. Das Nichtschwimmerbecken dagegen ist von der Temperatur her regelrecht aufdringlich. Hier kann ich also ganz in Ruhe meine müden Armmuskeln (von denen ich ganz offenbar viel zu wenige habe) ausruhen und auf die anschließende -ebenfalls- warme Dusche vorbereiten. 
 
 

Sonntag, 17. Mai 2015

Rhythmisches Knacken

Das Wetter hier im Norden läßt wirklich zu wünschen übrig. Ich will mich wirklich nicht beschweren, aber daheim hat es 19Grad und Sonne und hier weht es ordentlich bei frischen 15Grad und bewölktem Himmel. Ich habe dafür gar nicht die richtigen Klamotten dabei. Obwohl ich sie daheim tatsächlich verfügbar hätte, muß ich also hier jetzt mit einem Schichtsystem arbeiten, damit ich nicht friere. Immerhin haben wir einiges an Sportklamotten dabei, so dass ich einige Schichten anlegen kann. Obenrum zumindest. 

Alles ist kurzärmelig. Was ein Glück, habe ich meine Armlinge noch in die Sporttasche geworfen. Allerdings war das eher pro forma, wenn wir mal früh unterwegs sein wollten und es da noch leicht kühl ist. Nun gut, das Wetter sieht die Sache anders und so ziehe ich Trikot, Trikot, Armlinge und Windweste übereinander und alles zusammen an. Zusätzlich kommt eine Mütze auf den Kopf, Handschuhe an die Hände und Überschuhe über die Radschuhe. Die habe ich glücklicherweise nämlich auch dabei. Mit Regen habe ich also gerechnet, mit Kälte nicht so sehr. 

Meine Packliste für Urlaubssport ist also definitiv ausbaufähig. Immerhin lerne ich hoffentlich aus meinen Fehlern?!

Wir fahren heute mit Gegenwind in die andere Richtung. Der Plan ist die Strecke vom Steinbecker Triathlon Festival abzufahren. Immerhin sind wir hier vor Jahren mal gestartet und haben die Strecke mit ihrem fiesen Anstieg noch im Kopf. Der Zeugwart läßt uns trotzdem von seiner GPS Uhr leiten, weil das gestern auch schon so super zur Varusschlacht geklappt hat. Steinbeck ist jetzt nicht so schwer zu finden, aber mit Anleitung ist es natürlich trotzdem etwas netter. 

Irgendwann beginnt mein Fahrrad fies und rhythmisch zu knacken und wir wissen schon jetzt, dass das eine nervige Rückfahrt wird. Wenigstens muß sich der Zeugwart jetzt nicht ständig umdrehen, um zu prüfen, ob ich noch da bin. Er kann es schön regelmäßig hören. Auch ob ich trete oder hängen lasse. Hoffentlich hat das Rad nichts schlimmes. 


Die Triathlonstrecke ist anstrengend, aber zu schaffen. Im Gegensatz zu damals mußte ich heute ja auch nicht früh schwimmen und später laufe ich auch nicht. Das ist mir auch jetzt schon klar. Da der Gegenwind heute auf der Hinfahrt tätig war, haben wir auf der Rückfahrt tollen Rückenwind. Das macht es nicht wärmer, aber doch etwas flotter. Da wir außerdem ein neues Gummizeug ausprobieren, was unendliche Energie verspricht, bin ich auch längst nicht so fertig, wie gestern. 

Besonders schön finde ich, dass die Leute hier im Norden ihre Fahrradwege nicht nur toll in Schuss halten, sondern sie ganz offenbar auch noch hübsch dekorieren. Wahrscheinlich weil sie aus anderen Teilen Deutschlands wissen, dass die Radfahrer eher weniger auf Radwegen fahren? Liegt aber ganz sicher am Zustand der Wege, weniger an der Deko. 



Trotzdem ist die hier sehenswert. 

Samstag, 16. Mai 2015

Varusschlacht im Wind

Da habe ich mir vor Wochen, genaugenommen sogar vor unserem Trainingslager auf Mallorca, eine Regenjacke gekauft und bisher war zum Radfahren immer gutes Wetter. Ausnahmslos. Es war einfach immer schön. Die Regenjacke hat deshalb bereits mehrere Radtouren zusammengepackt in der Trikottasche absolviert. Benutzt habe ich sie aber bisher noch nie. Heute ist es aber endlich mal soweit. 

Wir sind nach wie vor im hohen Norden auf Familienurlaub und weil wir der Familie natürlich nicht permanent auf den Wecker fallen wollen, haben wir uns für heute eine Radtour vorgenommen. Mehr oder weniger in der Nähe liegt nämlich ein Ort, der von sich behauptet, dass die Varusschlacht hier statt gefunden hätte. Wir waren schon mal ganz in der Nähe mit dem Rad, sind dann aber wegen "ich (=Claudi) kann nicht mehr" wieder umgedreht, ehe wir überhaupt einen Blick auf das Schlachtfeld werfen konnten. Heute soll es anders werden. 

Den ganzen Tag schon regnet es. Mal mehr, mal weniger natürlich, wie es eben immer so ist, aber konsequent schon den ganzen Tag. Heute ist also der ideale Tag für meine nicht mehr ganz neue, aber bislang vollkommen ungenutzte Regenjacke. Ich bin damit herrlich gut zu sehen, sie ist nämlich pink. Und das ist bei diesem miesen Wetter nicht unbedingt zu verachten. 

Die Jacke ist toll. Ich bin total begeistert! Sie paßt hervorragend, rutscht nicht und die Farbe finde ich super. Ich kann die halt nur an den Armen sehen, aber immerhin. Und Andere können mich ebenfalls gut sehen, was ich daran festmache, dass alle Autofahrer mit ordentlichem Sicherheitsabstand an mir vorbeifahren. Der Zeugwart fährt in schwarz vor mir her. Sehr schlecht zu sehen. Aber pink ist für Männer wohl eher keine Alternative? Außer vielleicht beim Giro d'Italia? 

Wir fahren mit herrlichem Rückenwind zur Varusschlacht und erfahren dort vor Ort, dass Fahrräder auf dem Schlachtfeld nicht erwünscht sind. Und dass das angrenzende Restaurant nur in adäquater Kleidung zu nutzen. Sehr interessant. Dann also keine geschichtlichen Exkurse heute. Wenigstens macht mir das Plakat zur anstehenden Germanicus Ausstellung Feldherr, Priester, Superstar ziemlich viel Freude... ist schon ein witziger Slogan. 


Wir fahren im Regen auf tollen Radwegen, die von der Reinlichkeit und dem Zustand unheimlich neu wirken und haben Gegenwind. Auf dem Hinweg hatten wir demnach Rückenwind, was ich gemein finde, denn den habe ich als gegeben hingenommen und nicht ausreichend gewürdigt. Rückenwind ist so herrlich, dass ihm eigentlich ein großer Dank gebührt. Ich dagegen habe ihn einfach ignoriert und jetzt habe ich die Quittung dafür. Gegenwind. 


Ich muß mich des öfteren in den zeugwartschen Windschatten hängen um nicht einfach stehen zu bleiben. Das klappt ganz gut. Und die Ausblicke, die ich, weil ich nicht gegen den Wind kämpfen muß, erhaschen kann, sind es absolut wert. Hier im Norden gibt es einfach viel zu viele schöne Häuser und idyllische Anblicke. Was kann uns der Wind da schon? Mir ja eh nichts, ich habe schließlich einen Zeugwart.